Dienstag, 8. Juli 2003

Gusenbauer kritisiert Grasser wegen voest-Verkauf

  • "Paradeunternehmen soll in Österreich bleiben"
  • Spargelessen mit Haider neuerlich verteidigt

SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer hat Finanzminister Grasser vorgeworfen, die voest "zur Unzeit" verkaufen zu wollen. "Ich verstehe jeden, der die voest alpine kaufen möchte, egal ob Stronach, Scharinger oder Andrsoch". Die voest sei ein "Paradeunternehmen" und er "habe überhaupt nichts gegen internationale Investoren".

Doch gebe es auch einzelne Beispiele in der Vergangenheit, die "in die Hosen gegangen" seien, wobei Gusenbauer Dienstagabend in der "ZIB 2" Semperit anführte. Deswegen sei es wichtig, dass die voest "in Österreich bleibt, die Entscheidungen in Österreich getroffen werden".

Der SPÖ-Chef verteidigte neuerlich sein Spargelessen mit dem Kärntner Landeshauptmann Haider. "Es geht darum, dass ich mich konsequent für Ziele einsetze, die wir für wichtig erachten. Bei der Pensionsreform ist es darum gegangen, unsoziale Pensionskürzungen zu verhindern. Wenn Teile der FPÖ und Haider in der Öffentlichkeit sagten, sie stehen in der Pensionsfrage der SPÖ näher als der ÖVP, war es wert, den Versuch zu unternehmen, ob es eine parlamentarische Mehrheit gegen diese Pensionskürzungen gibt".

Darauf angesprochen, dass innerhalb der SPÖ dieses Treffen als Art Tabubruch kritisiert wurde, weil die FPÖ nicht paktfähig sei, meinte Gusenbauer, dies müsste man eigentlich mit der ÖVP diskutieren, die in einer Koalition mit den Freiheitlichen sei. "Wir sehen die FPÖ in einer Führungskrise, die in den nächsten Monaten zur Klärung kommen wird".

Die Attacken des italienischen Staatssekretärs Stefano Stefani gegen deutsche Urlauber kritisierte Gusenbauer scharf. "Also dieser Mann kann nicht bei Sinnen sein. Die Angriffe sind völlig unqualifiziert...."

(apa)

8.7.2003 22:38