Geheimbordell mit Minderjährigen in Wiener City
- Jugendliche aus Rumänien mit "Model-Karriere" angelockt
- 300 Opfer! Mädchenhändler in NÖ ausgeforscht
Nur kurz nach dem Schlag gegen einen Mädchenhändlerring in Oberösterreich (siehe Kasten) konnte die Polizei auch in Wien einen Erfolg im Kampf gegen Menschenhandel und illegale Prostitution vermelden: Die Wiener Polizei hat ein als Massagesalon getarntes Bordell in der Innenstadt ausgehoben, in dem Minderjährige als Geheimprostituierte arbeiten mussten. Drei Verdächtige sind in Haft. Die jungen Frauen wurden mit der Aussicht auf eine Model-Karriere nach Österreich gelockt. Sie stammten vorwiegend aus Rumänien.
Offiziell handelte es sich bei dem Etablissement am Getreidemarkt um ein Kosmetikstudio mit Massagesalon. In Wahrheit habe der 61-jährige Wilhelm H. dort Mädchen aus Rumänien, vereinzelt auch aus Ungarn und Thailand, als Geheimprostituierte arbeiten lassen, sagte ein Ermittler des Kriminalkommissariats West. Mindestens 15 junge Frauen hat er in den vergangenen zwei Jahren dort "beschäftigt", so viel habe der einschlägig vorbestrafte Mann bei Einvernahmen zugegeben. Bei der Hausdurchsuchung stießen die Beamten auf eine unter einem Teppich versteckte Falltür, die in eine "strenge Kammer" führte. Das Lokal hat überdies mehrere verborgene Fluchtwege, damit die Mädchen vor Polizeikontrollen flüchten konnten.
Der Hinweis kam aus dem Rotlichtmilieu. Kriminalisten gaben sich als Kunden aus - und erhielten prompt von zwei Komplizen des 61-Jährigen "ein Mädchen" angeboten. Nach einem kurzen Telefonat erschien Wilhelm H. mit einer 17 Jahre alten Rumänin. Die beiden Mittäter sollen die Mädchen in ihrem Heimatland angeworben haben. Es handelt sich um zwei Rumänen, Dumitru S. (22) und Sorin Z., selbst erst 17 Jahre alt.
Wilhelm H., laut Polizei Besitzer mehrerer Wiener Wohnhäuser, bezahlte die Reisepässe, holte die jungen Frauen mit seinem Wagen ab und fuhr sie nach Wien, wo er sie in einem seiner Quartiere unterbrachte. Da war die Hoffnung auf eine Karriere als Model für die Mädchen schon ausgeträumt. Der Verdächtige habe die Jugendlichen in "völliger finanzieller Abhängigkeit" gehalten und ihnen "praktisch alles Geld, das sie verdienten, abgenommen", sagte Mag. Josef Koppensteiner vom KK West. Weil sie Schulden bei ihm hätten, müssten sie für ihn arbeiten, soll er sie unter Druck gesetzt haben. (APA/red)
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