Mittwoch, 2. Juli 2003

AK-Test: Kopierschutz auf Musik-CDs als neue Plage

  • Kopiergeschützte Musik-CDs lassen sich oft gar nicht abspielen
  • Sehr dürftige Infos über Kopierschutz und Abspielbarkeit

Wie ein Test der Arbeiterkammer zeigt werden Konsumenten beim Kauf einer kopiergeschützten Musik-CD oft getäuscht. Einerseits sind die Angaben über den Kopierschutz auf den Covers zumeist dürftig und andererseits lassen sich die CDs oft gar nicht abspielen. Die AK verlangt nun eine klare, einheitliche Kopierschutz-Kennzeichnung und eine Angabe auf welchem Gerät die CD abspielbar ist.

Ein AK-Abspieltest bei 24 CDs zeigt: Bei 13 kopiergeschützten CDs scheiterten 42 von 260 Abspielversuche auf 20 verschiedenen Audiogeräten gänzlich. Abspielsperren gab es vor allem auf PCs, DVD-Playern und tragbaren CD-Playern.

Der Test
Die AK hat Anfang Mai 24 Musik-CDs aus den Ö3 und FM 4-Charts eingekauft. Davon hatten 11 keine Kopierschutzkennzeichnung. 10 waren als kopiergeschützt gekennzeichnet. 3 Scheiben waren als "enhanced CD" (meist um eine Videodatei erweiterte CD) gekennzeichnet und enthielten unklare Beschränkungshinweise bezogen auf die Videos. Die Abspieltests erfolgten auf 20 verschiedenen CD-, DVD-Playern, tragbaren CD-Playern und PCs.

Der AK-Test zeigt: Bei 13 der kopiergeschützten bzw. als "enhanced"-CD gekennzeichneten Scheiben scheiterten 42 von 260 Abspielversuche vollständig, in 19 Fällen traten störende Fehler auf. So lässt sich z.B. "Mensch" von Herbert Grönemeyer am CD-Player Sony CD-C422M abspielen, am Diskmen Sony D-CJ 501 nicht. Die "normalen" CDs ließen sich bis auf eine alle mühelos abspielen. Käufer können sich also auf beschwichtigende Herstellererklärungen, z.B. Zusicherung höchstmöglicher Abspielbarkeit, nicht mehr verlassen, sagt AK-Verbraucherschützer Harald Glatz. Außerdem ist die Qualität der Infos auf den CD-Hüllen sehr dürftig und oft so platziert, dass sie leicht übersehen werden. Die Schrift ist mickrig und der Hindergrundkontrast oft schlecht. Winzige Logos, dass die CD entweder nicht oder schon kopiergeschützt ist, können teilweise mit freiem Auge nicht wahrgenommen werden. Oft sind solche Symbole nicht auf dem Backcover, sondern auf der Hüllen-Innenseite. Auch sind die Formulierungen, auf welchen Geräten die CDs abgespielt werden können, sehr allgemein, z.B. "dieser Tonträger kann auf den meisten gängigen CD-Spielern und CD-ROM Laufwerken mit Hilfe des auf dem Tonträger enthaltenen komprimierten Soundfiles gespielt werden."

AK-Forderungen
Die AK fordert daher eine gut sichtbare Kennzeichnung des Kopierschutzes in Form einheitlicher Logos, statt allgemeine detaillierte Angaben auf den CD-Hüllen sowie eine genaue Beschreibung, auf welchem Gerät die Kopierschutz-CD abgespielt werden kann.

Weitere Informationen:

  • Ergebnisse im Detail

    2.7.2003 10:30