Erste Kündigungen bei der Post AG
- Gewerkschaft leistet Widerstand
- Post sieht durch Liberalisierung Überleben gefährdet
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Bei der Post werden die ersten Mitarbeiter gekündigt. 1.755 Jobs gehen heuer insgesamt verloren. Doch die Gewerkschaft will Widerstand leisten: In zwei Fällen wurden schon Anwälte mit der Anfechtung der Entlassung beauftragt. Indessen sieht die Post durch ein neues Liberalisierungs-Gesetz ihr Überleben gefährdet.
Die österreichische Post wird bis Jahresende 1.755 Jobs streichen. Wie viele Mitarbeiter von Kündigungen betroffen sein werden, darüber wahrt das Unternehmen derzeit aber noch Stillschweigen. Die ersten blauen Briefe sind aber bereits eingelangt. Die Gewerkschaft, die prinzipiell bestreitet, dass Kündigungen notwendig sind, verhandelt mit der Unternehmensführung über Abfederungsmaßnahmen.
"Das Abbauziel für heuer sind 1.750 so genannte Vollzeitäquivalente", bestätigte ein Post-Sprecher. Man entspreche damit den "erhöhten Vorgaben des Eigentümers ÖIAG", der Mitte Mai die Gewinnziele für die Post in die Höhe geschraubt hat. Noch bis vor zwei Monaten sollte der Personalstand der Post bis Jahresende um 1.450 Mitarbeiter gesenkt werden, nun sind es 300 mehr.
Bei der Bilanzpressekonferenz am 16. Mai hatte Post- Generaldirektor Anton Wais erstmals von Kündigungen gesprochen. Wie viele davon nötig sind, um das Ziel zu erreichen, wollte der Post- Sprecher am Freitag nicht präzisieren, weil es darüber Verhandlungen mit der Belegschaftsvertretung gebe "und wir Personalabbaumaßnahmen in der Öffentlichkeit nicht kommentieren". Laut Bericht soll zunächst vor allem mittleres und höheres Management in der Zentrale betroffen sein.
Tatsache ist, dass die Gewerkschaft der Post- und Fernmeldebediensteten (GPF) bestätigt, dass vereinzelt bereits erste blaue Briefe eingelangt sind. Den Betroffenen werde Rechtsschutz gegeben, hieß es aus der GPF. Der oberste Postgewerkschafter Gerhard Fritz hat im Morgenjournal die Notwendigkeit von Kündigungen bestritten: "Wenn man einspart, muss das nicht auf dem Weg von Kündigungen passieren", meinte Fritz.
Post sieht mit Gesetzesnovelle Überleben gefährdet
Die Österreichische Post AG läuft Sturm gegen eine neue Novelle zum Postgesetz. Darin ist eine Umrüstung - und Freigabe - der Hausbrieffachanlagen bereits mit 1. Juli 2006 und nicht erst mit 1. Jänner 2009 vorgeschrieben. Aus Sicht der Post sei das eine "De facto Liberalisierung" lange vor den Zeitvorgaben der EU.
Für die Österreichische Post bedeute diese Vorgangsweise eine weitere Verschlechterung der ungleichen Wettbewerbsbedingungen, heißt es in einer Aussendung. Während Mitbewerber ohne Qualitätskontrollen und bei freier Preisgestaltung in profitablen Ballungsräumen zustellen dürften, sei die Post verpflichtet, unter strengen Qualitätsauflagen flächendeckend zum Einheitstarif im gesamten Bundesgebiet zuzustellen. Die verlange Öffnung der Hausbriefanlagen bedeute keine Gleichstellung, sondern eine weitere Verschlechterung zu Lasten der Post.
(red, apa)
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