FORMAT: Stahlbaron Androsch ist Manager der Woche
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Fiskus erteilt ÖIAG Privatisierungsorder
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FORMAT: Wer um den Konzern rittert!
Hannes Androsch plant mit seinem Partner Ludwig Scharinger die Totalübernahme des Stahlriesen Voest: Als patriotische Leitfigur will der 65-Jährige dafür sagenhafte 1,8 Milliarden Euro bewegen.
Als sich am Dienstag in Linz aufgebrachte Aktionäre vor der Hauptversammlung des Stahlkonzerns Voest-Alpine AG formierten, erholte sich Hannes Androsch gerade im sonnigen Kärnten: Der 65-Jährige nützte den schwülen Tag und schwamm ein paar Runden im angenehm kühlen Wörthersee.
Der Industrielle hatte seine Hausaufgaben bereits in den Tagen zuvor erledigt. Ludwig Scharinger, Chef der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) sowie langjähriger und kongenialer Androsch-Partner, fädelt die Privatisierung des Stahlriesen in Rotweißrot ein – und soll verhindern, dass der Konzern in die Hände des Austrokanadiers Frank Stronach fällt.
Karten am 10. Juli auf dem Tisch?
Scharinger nach einer Drei-Stunden-Unterredung mit ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch: "Ich bin zuversichtlich, dass wir das Unternehmen in österreichischen Händen halten können und dass dies bereits im September über die Bühne geht." Die Konzepte von Scharinger und Androsch kommen bereits im nächsten ÖIAG-Aufsichtsrat am 10. Juli auf den Tisch. Schon am 4. Juli wird Finanzminister Grasser in einer ÖIAG-Hauptversammlung sein Privatisierungskonzept dem Aufsichtsrat übergeben.
Nach dem Versuch von Magna, die Voest zu übernehmen, ist Androsch aktiv geworden. Denn jener Mann, der nach dem spektakulären Absturz als Finanzminister und einem Zwischenspiel als CA-Chef ein spektakuläres Comeback als Industrieller feierte, will noch einmal kämpfen: Androsch hat einen Schlachtplan zur Übernahme der Voest gezimmert, wie FORMAT in der Vorwoche exklusiv berichtete: "Ich werde mich da engagieren, um eine Zerschlagung des Unternehmens zu verhindern."
Der Androsch-Plan im Detail
Deshalb hat Androsch ein spektakuläres Szenario entwickelt: Scharinger, Oberbank und Co bringen ihre Anteile in eine neu zu gründende Voest-Erwerbsgesellschaft ein. Diese stellt ein Übernahmeangebot für hundert Prozent des Stahlriesen. Androsch: „Wir bieten einen anständigen Preis, der über dem Eigenkapital der Voest liegt.“
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