USA: Arbeitslosigkeit auf höchstem Stand seit 1994
- Rate der Erwerbslosen stieg im Juni auf 6,4 Prozent an
- Experten rechneten mit besseren Arbeistmarktzahlen
·Arbeitslosigkeit
9.000 Jobsuchende mehr als 2002
Die Arbeitslosigkeit in den USA ist auf den höchsten Stand seit mehr als neun Jahren gestiegen. Wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte, wuchs die Rate der Erwerbslosen im Juni auf 6,4 Prozent, das waren 0,3 Prozentpunkte mehr als im Mai. Zuletzt hatte die Arbeitslosenquote im April 1994 diesen Stand erreicht.
Die Arbeitsmarktzahlen sind schlechter, als von den Experten vorhergesagt. Sie hatten mit einer Quote von 6,2 Prozent gerechnet. Unter dem Strich gingen den Angaben zufolge im vergangenen Monat 30.000 Stellen verloren. Insgesamt gab es 9,4 Millionen Arbeitslose, das waren 360.000 mehr als im Mai. Seit März ist die Zahl der Arbeitslosen um 913.000 gestiegen. Die meisten Stellen wurden in der Industrie, in der Telekommunikationsbranche und in der Luftfahrt abgebaut.
Seit Jahresbeginn sind der US-Wirtschaft damit über 230.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Volkswirte sagten in einer ersten Reaktion, dass die Unternehmen nach wie vor bemüht seien, angesichts des unsicheren Umfelds Kosten zu senken und Investitionen zurückzuhalten. Beides schlage sich negativ auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt nieder.
Wachstum der Wirtschaft zu gering
Die niedrigen Leitzinsen der US-Notenbank und die bisherigen sowie anstehenden Steuersenkungen würden zurzeit wirkungslos am Arbeitsmarkt vorbeigehen. So sei auch das Wachstum der US-Wirtschaft im ersten Quartal mit annualisiert 1,4 Prozent zu gering gewesen, um neue Stellen zu schaffen.
Um den Arbeitsmarkt zu beleben ist nach Ansicht der Experten eine Wachstumsrate von deutlich über drei Prozent notwendig. Vor diesem Hintergrund erscheint es wahrscheinlich, dass die Federal Reserve in absehbarer Zeit noch einmal ihre Leitzinsen, die mit 1,00 Prozent auf dem tiefsten Stand seit rund 45 Jahren sind, senken dürfte. (apa)
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