USA war 2002 Spitzenreiter bei Pleiten
Die Zahl der Insolvenzen hat 2002 weltweit zugenommen - teils drastisch. Besonders stark betroffen waren die OECD-Staaten. Absoluter Pleiten-Spitzenreiter weltweit war die USA mit 1,577 Mio. Insolvenzen. Rückläufige Entwichlungen gab es dagegen in den osteuropäischen Staaten. Den stärksten Anstieg an Insolvenzen verbuchte Deutschland mit einem Zuwachs von 70 Prozent.
Der Kreditschutzverbandes (KSV) sieht zwar für das laufende Jahr 2003 eine Stabilisierung der Situation, wenngleich in den USA und Europa "vorerst das Potenzial an Sauerstoffzufuhr für die Volkswirtschaften ausgereizt ist". In Japan seien weitere Zinssenkungen gar nicht mehr möglich.
"Sowohl der Dollarraum als auch die Eurozone dürften ein 'Mailüfterl' für das zweite Halbjahr erwarten". Dennoch rechnet der KSV mit keiner Abnahme der Insolvenzen in 2003, für Deutschland sei sogar ein weiterer Anstieg von 10 Prozent zu erwarten.
"Mittlerweile ist Deutschland keine Konjunkturlokomotive mehr, sondern ein Pleitemotor ersten Ranges", so die Autoren der Studie. Die Zahl der Insolvenzen erhöhte sich in Deutschland von 49.400 auf 84.428, wenngleich der Löwenanteil der Zunahme aus dem Bereich der Privatkonkurse stammt. Trotzdem "droht sich in Deutschland eine Weltuntergangsstimmung breit zu machen".
In Westeuropa stieg 2002 die Zahl der Pleitefälle durchschnittlich um 22,7 Prozent auf 193.733. Starke Zuwächse gab es neben Deutschland auch in Spanien (plus 54,7 Prozent), Norwegen (plus 25,5 Prozent) und den Niederlanden (plus 16,3 Prozent). Rückgänge konnten lediglich Griechenland (minus 28,1 Prozent) und Irland (minus 17,2 Prozent) verbuchen.
(apa)

