Starke Nachfrage bei Sozialbau-Wohnungen
Die Sozialbau-Gruppe, die größte gemeinnützige Wohnungsgesellschaft des Landes, registriert seit einem halben Jahr eine "sprunghaft angestiegenen Nachfrage" bei leistbarem Wohnraum. Von der Nachfrage her könnte das Unternehmen "locker das Doppelte" bauen, erklärte am Dienstag Generaldirektor Ludl. Die aus dem Neubau abfließenden Wohnbauförderungsmittel machten das aber nicht möglich.
"Im November/Dezember des vergangenen Jahres haben plötzlich die Telefone zu glühen begonnen", vom Markt sei seither ein "enormer Druck auf uns zugekommen", sagte Ludl bei der Bilanzpressekonferenz der Wohngesellschaft.
Konkrete Folge davon sei, dass Interessenten für eine Sozialbau- Wohnung heute deutlich länger als noch vor zwei, drei Jahren auf eine passende Wohnung warten müssten, erläuterte der Sozialbau-Manager. Im Schnitt müsse man heute mit einer Wartezeit von ein bis zwei Jahren rechnen, um eine Wohnung zu bekommen, die einigermaßen den eigenen Vorstellungen entspreche. Wohnungen knapp vor der Fertigstellung gebe es praktisch keine mehr. Statistisch kommen auf jede Sozialbau-Wohnung neun Interessenten.
Selbst wenn die Wohnbauförderung nur um 20 Prozent gekürzt werde, reiche das aus, "um den geförderten Wohnungsneubau vollends zum Erliegen zu bringen", meinte Ludl in Reaktion auf die laufenden Debatten um die Kürzung der Wohnbauförderung. Was dann passiere, zeigten Beispiele aus Deutschland und den Niederlanden. Der Markt "klafft auseinander", ein Teil der Interessenten wandere in das teurere Wohnbau-Segment ab, "das Gros bleibt über". Die Reduktion der Wohnbauförderung würde "vor allem in den Ballungsräumen unweigerlich zu einer neuen Wohnungsnot führen", warnte Ludl.
(apa)
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