Dienstag, 1. Juli 2003

Grundig vor endgültigem Aus

  • Amtsgericht macht den Weg für Zerschlagung frei

Der traditionsreiche deutsche Elektronikkonzern Grundig steht nach einer mehr als 50-jährigen Geschichte vor der endgültigen Zerschlagung. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens machte das Amtsgericht Nürnberg am Dienstag den Weg frei für einen Verkauf der einzelnen Unternehmensteile.

Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung der Grundig AG seien gegeben, stellte das Gericht fest. Zum Insolvenzverwalter wurde der Nürnberger Rechtsanwalt Siegfried Beck bestellt. Er war schon bisher als vorläufiger Insolvenzverwalter tätig.

Die rund 1.300 verbliebenen Beschäftigten wechseln zunächst in eine Qualifizierungsgesellschaft. Bis zu 500 von ihnen sollen bei Grundig in den nächsten Monaten jedoch den Geschäftsbetrieb weiterführen und die Insolvenz abwickeln. Die anderen werden sofort bei der "Gesellschaft für Personalentwicklung und Qualifizierung" (GPQ) angestellt und sollen Investoren zur Verfügung stehen. Grundig- Betriebsratschef Thomas Schwarz sagte, den Beschäftigten sei kaum etwas anderes übrig geblieben, als dem Wechsel in die GPQ zuzustimmen. "Die Alternative wäre Arbeitslosigkeit."

Die profitable Autoradiosparte Car Intermedia Systems GmbH (CIS) soll ebenso einzeln verkauft werden wie der Diktiergeräte-Bereich Grundig Business Systems (GBS) und die Sparte Satelliten- Kopfstationen. Für den verlustreichen Kernbereich TV/Video/Audio gelten die chinesische D'Long-Gruppe sowie die Konzerne Beko (Türkei) und Sampo (Taiwan) als Interessenten. Der Markenname soll für alle Bereiche erhalten bleiben.
(apa)

1.7.2003 12:56