Projekt Minerva: Magna-Konzern will voestalpine schlucken
- Grasser will von Geheimgesprächen nichts gewusst haben
- Oberösterreicher wollen VOEST-"Filetierung" verhindern
Die Oberösterreicher sind entsetzt: Die Linzer Vorzeige-Industrie "voestalpine" soll vor dem Verkauf an den Magna-Konzern - und einer "Konzentration auf Kern-Kompetenzen", einer Filetierung, stehen. Laut 'profil' soll bereits eine aus zwei ÖIAG-Vorständen sowie zwei Magna-Mitarbeitern bestehende Arbeitsgruppe die Möglichkeiten eines solchen Verkaufs prüfen. Das Projekt soll unter dem Namen "Minerva" laufen.
Der Magna-Konzern von Frank Stronach ist für Finanzminister Grasser weiter ein möglicher Käufer der voestalpine. Der Regierungsbeschluss vom Dienstag über die vier Bedingungen für eine Abgabe weiterer Staatsanteile an dem börsenotierten Stahlunternehmen schließe potentielle Käufer wie Stronach nicht aus, sagte Grasser.
"Da würde man sich als Verkäufer ja selbst schädigen, wenn man den Interessentenkreis nur auf ein, zwei Interessenten reduziert", so Grasser weiter. Einzig öffentliche Gebietskörperschaften würden ausscheiden.
Grasser erfuhr durch "profil" von Minerva
Vom "Minerva"-Projekt - Gesprächen der Staatsholding ÖIAG, in die neben einer Investmentbank auch Magna-Manager eingebunden gewesen sein sollen - habe nur ein ganz kleiner Kreis gewusst, sagte Grasser: "Daher haben es weder mein Kabinett noch ich gewusst." Er habe erst aus dem "profil" davon erfahren.
Angst vor "Filetierung"
Betriebsratsobmann Helmut Oberchristl sagte: "Wir sprechen uns entschieden gegen jede Zerschlagung des Unternehmens aus, wir werden in so einem Fall nicht einfach tatenlos zusehen, wir werden uns wehren". Denn es gehe "um Sein oder Nicht-Sein", so Oberchristl.
Oberösterreichs Landeshauptmann Pühringer sprach sich ebenfalls entschieden "gegen alles aus, was zur Zerschlagung der voestalpine führt".
ÖIAG wiegelt ab: Magna aus dem Rennen
Für den ÖIAG-Aufsichtsratschef Heinzel fällt der Magna-Konzern von Frank Stronach als Anwärter auf die Übernahme der voestalpine-Anteile der ÖIAG aus. "Allerdings kenne ich den Regierungsauftrag noch nicht im Wortlaut", sagte Heinzel.
Über die angeblich wachsende Tendenz zu einer "Repolitisierung der ÖIAG" meint der Aufsichtsratspräsident, er könne eine solche nicht erkennen. Das Verhältnis zwischen ÖIAG und Finanzministerium sei "ein ordentliches und korrektes".
(apa, red)
Cannes21:21
Zweite Goldene PalmeMichael Haneke gewinnt mit "Amour" den Hauptpreis bei den Filmfestspielen
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben

