Montag, 30. Juni 2003

Enron trifft vorläufige Vereinbarung mit Gläubigern

  • "Wall Street Journal" berichtet von Einigung über verbliebenes Vermögen

Der in einem Insolvenzverfahren befindliche US-Energiehändler Enron Corporation hat eine vorläufige Vereinbarung mit seinen Gläubigern über eine Verteilung der verbliebenen Vermögenswerte der geschrumpften Gesellschaft getroffen. Dies berichtet das "Wall Street Journal".

Enron ist in einen der größten Bilanzfälschungsskandale der US-Geschichte verwickelt und schuldet den Gläubigern Dutzende von Milliarden Dollar. Die große Mehrheit der Gläubiger hat nach Angaben der Zeitung weniger als 20 Cents je Dollar Forderung zu erwarten.

Enron hat durch den Verkauf von Vermögenswerten und die Abwicklung bestimmter Energiekontrakte fast fünf Mrd. Dollar (4,38 Mrd. Euro) hereingeholt.

Der Reorganisationsplan dürfte eine Aufforderung an die Gläubiger zur Aufteilung der Mittel enthalten.

Die reduzierten Enron-Aktivitäten sollen sich auf Pipelines, Kraftwerke und die internationalen Vermögenswerte konzentrieren. Enron habe immer betont, dass die Aktionäre nichts erhalten werden. Die Aktionäre verlangen aber in einer Sammelklage Entschädigungen von den Finanzinstituten und andern Firmen.

Enron hatte im Dezember 2001 das Insolvenzverfahren eingeleitet und damals 49,8 Mrd. Dollar Vermögenswerte aufgeführt. Ihr Wert sei jedoch erheblich gefallen. Die akkumulierten Gebühren für Anwälte und Berater hätten sich bis Mai 500 Mio. Dollar genähert.
(apa, red)

30.6.2003 11:55