Montag, 30. Juni 2003

Michael Schumacher gesteht: "Ralf ist derzeit besser"

  • WM-Vierkampf: Schumis gegen Raikkonen & Montoya
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Zweiter Doppelsieg in Folge für Williams-BMW! Wie vor einer Woche auf dem Nürburgring konnte sich auch in Frankreich Ralf Schumacher vor seinem Teamkollegen Juan-Pablo Montoya den Grand-Prix-Sieg sichern. Ein Start-Ziel-Sieg für die Blau-Weißen. Für den "kleinen Schumi" war es der sechste Grand-Prix-Sieg seiner Formel-1-Karriere. Bruder Michael, der Dritter wurde, gesteht: "Derzeit ist Ralf der bessere Schumacher!" In der WM-Wertung liegt der Titelverteidiger nur mehr 8 Punkte vor Räikkönen (Vierter in Magny Cours), 11 vor Ralf und 17 Punkte vor Montoya. Ein Vierkampf um den Weltmeistertitel bahnt sich also an.

Unmittelbar bevor steht die "Machtübernahme" bereits in der Wertung der Konstrukteure, in der die Italiener mit 103 Punkten nur noch drei Zähler vor Williams-BMW zu finden sind.

Für Michael Schumacher ist Bruder Ralf "im Moment" der bessere "Schumi". Der Ferrari-Star hat den BMW-Williams-Piloten deshalb endgültig in den Kreis der WM-Favoriten aufgenommen: "Man kann Ralf die WM zutrauen." Doch der "kleine Schumi" wollte in Magny-Cours seinen zweiten Sieg in Folge nicht überbewerten. "Es sieht im Moment so aus, dass wir das Maß der Dinge sind, aber das Kräfteverhältnis kann sich in der Formel 1 extrem schnell ändern. Es sind noch einige Rennen zu fahren und deshalb möchte ich mir über den WM-Titel noch keine Gedanken machen."

"Ein Krimischreiber könnte meinen, Ralf habe seinem berühmten Bruder über Nacht das Auto und die Seele gestohlen", meinte die "La Gazzetta dello Sport". Für die Londoner "Times" sieht "Ralf wie ein Champion aus". Diese Wandlung kommt für Bruder Michael nicht überraschend: "Ralf war schon immer schnell, jetzt hat er endlich auch ein schnelles Auto."

"Wir sind Ferrari ganz nahe gekommen", befand auch Montoya. Geht es nach Nürburgring- und Magny-Cours-Sieger "Schumi II", soll sich dieser Trend auch fortsetzen.


Williams-BMW erwischte auf dem 4,411 km langen Circuit de Nevers einen Traumstart. Das weiß-blaue Duo verteidigte souverän die im Qualifying herausgefahrenen Topplätze (Ralf Schumacher vor Montoya), während Ferrari gleich zu Beginn doppelt patzte. M. Schumacher wurde von Räikkönen überholt und fiel auf Platz vier zurück, der brasilianische Teamkollege Barrichello drehte sich noch in Runde eins und fiel auf den 20. und letzten Rang zurück. Daraufhin startete der 32-jährige Südamerikaner eine bemerkenswerte Aufholjagd, die ihn immerhin noch auf den siebenten Endrang brachte.

Das sensationell dominante Spitzenduo fuhr der Konkurrenz auf und davon. Mit größtenteils eine Sekunde schnelleren Rundenzeiten verschafften sich "Schumi II" und Montoya schnell einen beruhigenden Respektabstand auf den Rest des Feldes. Das Williams-Paar matchte sich an der Spitze um die zehn Punkte für Platz eins, der dritte Tankstopp hätte dann beinahe auch die Wende gebracht. Doch Ralf Schumacher reihte sich nach dem letzten Halt des Rennens hauchdünn vor dem Kolumbianer ein und war danach nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Der stallinterne Fight blieb im Anschluss aus, Schumacher fuhr weitaus schnellere Runde als sein Teamkollege und kam mit 13,8 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

(APA/red)

30.6.2003 15:22
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