Sonntag, 6. Juli 2003

Haselbacher setzt Tour trotz angebrochener Rippe fort

  • Schwerer Sturz am Dienstag im Zielsprint
  • Konkurrent McEwen beschimpft Haselbacher

Rene Haselbacher beißt die Zähne zusammen! Am Dienstag kam er bei der dritten Etappe der Tour de France böse zu Sturz, die Ärzte diagnostizierten eine angebrochene Rippe. Dennoch ist er beim heutigen 69-km-Mannschaftszeitfahren im Einsatz. Bei künftigen Sprint-Ankünften will sich der Österreicher trotz Blessur nicht zurückhalten: "Es macht wenig Sinn, wenn ich jetzt nicht mehr mitsprinte. Bei dieser Tour kann man auch zwei Kilometer nach dem Start zu Sturz kommen. Wir wissen, worauf wir uns einlassen."

Außer der Rippenverletzung ist Haselbacher auch noch schwer am Ellbogen lädiert, außerdem hat er Prellungen am ganzen Körper. Der Österreicher war im Ziel-Sprint eingeklemmt und stürzte voll in die Sicherheitsbegrenzungen. "Ich bin regelrecht in den Himmel aufgeschossen", sagte er, nachdem er sich aufgerappelt hatte.

Den Unfallhergang beschrieb der 25-Jährige folgendermaßen: "Heute habe ich wieder versucht, auf den letzten fünf Kilometern meinen Teamkollegen Olaf Pollack in Position zu bringen. Dann haben wir uns aber verloren und ich wollte auf den letzten 1.000 Metern nur noch nach vorne kommen. Was mir auch super gelungen ist. Ich fuhr bei der 400-Meter-Marke an der vierten Stelle direkt hinter Erik Zabel. Ich wusste, dass ich nur das Hinterrad halten müsste, doch plötzlich bekam ich von Robbie McEwen eine schlimme Welle und ich donnerte voll in Zabels Hinterrad."

Harte Worte von McEwen
McEwen hatte mit Haselbacher freilich wenig Mitgefühl. "Er hat mit allen Mitteln versucht, an die Spitze zu kommen, obwohl da kein Platz für ihn war. Ich musste wegen ihm mitten im Sprint kurz zu treten aufhören, daher war für mich nichts mehr zu gewinnen. Heute war ich in optimaler Position, aber Haselbacher hat alles vermasselt. Er hat den Sturz verdient", kamen vom Australier harte Worte. Dazu Haselbacher: "Manche Fahrer glauben, sie sind Götter. Gut, McEwen hat schon viel gewonnen. Das gibt ihm aber noch lange nicht das Recht, im Feld herumzufahren wie er will. In der entscheidenden Phase hat er mich ganz einfach weggedrängt - ohne Rücksicht auf Verluste".

"Da herrschen Kriegszustände"
Haselbacher hat nach seinem schlimmen Sturz die beinharte Gangart innerhalb des Rad-Trosses in Frankreich angeprangert. "Es ist unglaublich, da herrschen wirklich Kriegszustände", meinte der Burgenländer nach dem Crash im Finish des Teilstücks von Charleville-Mezieres nach Saint-Dizier (167,5 km). (apa/red)

6.7.2003 17:39