Donnerstag, 3. Juli 2003

Totschnig peilt Top Ten bei der Tour de France an

  • Debütanten Glomser & Haselbacher: "Frechheit siegt" als Motto
  • PLUS: Alle Etappen der 90. Tour de France

Mit österreichischer Rekordbeteiligung wird am Samstag in Paris die 90. Tour de France gestartet. Vier ÖRV-Profis nehmen den Prolog und die 20 Etappen über insgesamt 3.350 Kilometer in Angriff - so viele waren es in der hundertjährigen Geschichte der bedeutendsten Radrundfahrt der Welt erst ein Mal, nämlich im Jahr 1936.

Das Quartett nennt durchwegs große Ziele: Georg Totschnig hat einen Top-Ten-Platz im Visier und die zwei Debütanten Gerrit Glomser und Rene Haselbacher sind auf Etappensiege aus. Einzig Peter Luttenberger will sich nicht festlegen, zu oft ist er selbst enttäuscht worden, auch wegen Verletzungen und Erkrankungen.

Totschnig hat mit dem Gewinn des Staatsmeistertitels nach vierwöchiger Rennpause eine Bestätigung seiner guten Form geliefert. Er ist bei der Tour-Premiere des Teams Gerolsteiner der Mann für das Gesamtklassement, während der Italiener Davide Rebellin einen Etappensieg und falls möglich ein Mal das Gelbe Trikot erobern soll. "Ich werde einmal die ersten Berge abwarten. Wenn ich dann eine Chance auf die Top Ten habe, werde ich darum kämpfen, andernfalls versuche ich einen Etappensieg in den Bergen zu landen", erklärte der 32-jährige Zillertaler, der wie Luttenberger seine fünfte Tour bestreitet.

"Frechheit siegt" könnte das Motto der zwei ÖRV-Debütanten lauten. Totschnigs Teamkollege Haselbacher und Glomser wollen hoch hinaus und sie haben auch die nötige Klasse. Von Helferrollen sind sie zwar keineswegs befreit, den Traum von einem Etappensieg halten beide jedoch für "gar nicht so unrealistisch".

Luttenberger hat erst Ende Mai einen Vertrag im dänischen CSC- Rennstall von Ex-Toursieger Bjarne Riis bekommen. Er betont, dass er nicht ausschließlich als Helfer von Tyler Hamilton verpflichtet wurde, wollte aber keine eigenen Ziele benennen.

(APA)

3.7.2003 10:54