Mahmud Abbas redet mit der Hamas
Israel und die Palästinenser haben sich am Samstag auf weitere Schritte zur Festigung der Waffenruhe und zur Umsetzung des internationalen Friedensplanes vorbereitet. Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas traf sich erstmals seit seinem Amtsantritt mit dem Gründer der radikal Israel- feindlichen Hamas, Scheich Achmed Jassin.
Israel plant Regierungskreisen zufolge die Freilassung hunderter palästinensischer Gefangener. Die gewalttätigen Gruppen hatten Israel am Vortag vor die Wahl gestellt, alle Gefangenen freizulassen oder ein Ende des Gewaltverzichts zu riskieren.
Der Reformer Abbas besuchte den radikalen Yassin in dessen Haus im Gaza-Streifen. Einzelheiten ihres 35-minütigen Gespräches wurden nicht bekannt. Abbas hat die die Freilassung palästinensischer Gefangener als entscheidend für einen Erfolg des Waffenstillstands und Friedensplanes bezeichnet. In israelischen Gefängnissen sitzen zwischen 5900 und 8000 Palästinenser.
In den israelischen Kreisen hieß es, über die Entlassungen werde das israelische Kabinett bei seiner wöchentlichen Sitzung am Sonntag beraten und möglicherweise entscheiden. Israelische Vertreter haben ihre Bereitschaft signalisiert, Gefangene zu entlassen, die seit längerem in Haft sitzen oder denen kleinere Vergehen zur Last gelegt werden. Palästinenser, die an tödlichen Angriffen auf Israelis beteiligt waren, blieben jedoch in Haft, sagten sie.
Der palästinensische Sicherheitschef Mohammed Dahlan und Israels Verteidigungsminister Shaul Mofaz wollen sich Angaben des palästinensischen Informationsminister Nabil Amr zufolge am Sonntag treffen und die Frage der Gefangenen sowie den weiteren Abzug der israelischen Armee aus Palästinenser-Gebieten besprechen.
(apa)
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