Sonntag, 6. Juli 2003

Korsika lehnt verstärkte Selbstständigkeit ab

  • Anschläge nach dem "Nein" bei Volksbefragung

Bei einem Volksentscheid auf Korsika hat sich am Sonntag eine knappe Mehrheit gegen eine verstärkte Selbstständigkeit der französischen Mittelmeerinsel ausgesprochen. Wie der französische Innenminister Nicolas Sarkozy am Abend in Paris bekannt gab, stimmten knapp 51 Prozent dagegen. Als Reaktion detonierten auf der Insel in der Nacht auf Montag vier Bomben, es gab Sachschaden.

In dem Referendum ging es um die Frage, ob die traditionelle Aufspaltung der Insel in zwei französische Departements aufgehoben werden solle. Die Gegner des Projekts hätten mit etwa 1000 bis 1500 Stimmen Vorsprung gesiegt, sagte der Präsident des korsischen Regionalparlaments Jose Rossi nach Auszählung der Stimmen.

Die Städte Bastia und Ajaccio hätten den Ausschlag für diesen überraschenden Sieg der "Nein"-Stimmen gegeben, sagte er. In der Hauptstadt Ajaccio stimmte eine deutliche Mehrheit von 52,2 Prozent der Wahlberechtigten gegen das Vorhaben der konservativen Regierung von Jean-Pierre Raffarin.

Anschläge auf Korsika nach dem "Nein"
Auf Korsika sind nach der Ablehnung einer verbesserten Autonomie in einer Volksbefragung vier Wochenendhäuser durch Bombenanschläge zerstört worden. Wie die Polizei am Montag mitteilte, hatten Unbekannte als Hinweis auf Yvan Colonna, den verhafteten mutmaßlichen Mörder des Präfekten von Korsika, "Ruhm für Dich, Yvan" auf die Mauern geschrieben. Die unbewohnten Häuser im Süden der Insel gehörten Franzosen aus der Region um Paris. Menschen wurden nicht verletzt. (APA)

6.7.2003 08:01