Hitze stürzt Italien in Not! Nun der Aufruf: "Spart Wasser und Strom!"
- Zivilschutz: Italiener sollen weniger baden & duschen!
- Po sank um 7,7 Meter! Heute großer Krisengipfel.
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"Es wird ein sehr heißer Sommer"
Die anhaltende Hitze lähmt Italien! Der "Stiefel" steht unmittelbar vor Ausrufung des Notstandes. Nun appelliert auch der Zivilschutz an die Bevölkerung: "Spart Wasser und Strom, duscht und badet weniger!" - und das bei 40 Grad Celsius im Schatten. Mit anderen Worten: Schwitzen statt Duschen. Verheerende Ernteausfälle drohen und die ersten Kraftwerke mussten wegen Niedrigwasser abgeschaltet werden. Dutzenden weiteren droht das selbe Schicksal.
Die Flüsse und Seen Oberitaliens erreichen dieser Tage historische Tiefststände. Der Pegel des 652 Kilometer langen Po, in den 141 Flüsse münden, sank um 7,7 Meter. Die für den norditalienischen Raum lebenswichtige Wasserader trägt durchschnittlich 1.200 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, am Montag waren es nur noch 350 Kubikmeter.
"Der Fluss stirbt"
16 Millionen Menschen leben in der Ebene um den Fluss, der sechs norditalienische Regionen überquert und bewässert. "Der große Fluss stirbt. Wo einst Wasser floss, sieht man nur noch Sanddünen und Algenteppiche. Bis vor einigen Jahren konnte man im Sommer im Fluss baden, jetzt kann man in einigen Punkten wegen der Algen nicht einmal mehr Boot fahren", bemängelten die Einwohner der Stadt Cremona, in der der Fluss sein bisheriges Rekordtief erreicht hat.
Erste Kraftwerke müssen schließen
Wegen des Tiefstands des Flusses ist die Stromproduktion in den 21 Wasserkraftwerken der Po-Ebene akut gefährdet. Ein Werk in Ostiglia in der Nähe der lombardischen Stadt Mantua ist seit Freitag gesperrt, was seit der Gründung der Anlage noch nie geschehen war. Auch das Stromkraftwerk in Porto Tolle in der Nähe der Stadt Rovigo (Veneto), welches das Flusswasser zur Kühlung der Turbinen benötigt, musste die tägliche Stromproduktion halbieren. Stromausfälle sind in den nächsten Tagen zu befürchten.
Zivilschütz ruft auf: "Kein Baden, kein Duschen!"
Kein Wunder, dass der Präsident der Zivilschutzbehörden, Guido Bertolaso, im Fernsehen die Italiener aufrief, bei Strom und Wasser zu sparen. "Die Italiener sollen weniger baden und duschen. Wenn wir diese Krisenphase bestehen wollen, müssen alle Verantwortungsbewusstsein zeigen", sagte Bertolaso. Seiner Ansicht nach könnte Italien bald vor die dramatischen Wahl gestellt werden, die Landwirtschaft auf Kosten der Stromproduktion zu bevorzugen, was in mehreren norditalienischen Gebieten zu Stromausfällen führen würde. Die Alternative wäre, die Agrarproduktion zu "opfern", was wiederum katastrophale Auswirkungen auf die Lebensmittelkosten hätte, sagte Bertolaso.
Katastrophale Ernteeinbußen
Die Bauern zittern um die Ernte. In Piemont sind 50 Prozent der Reisproduktion gefährdet. In der Lombardei melden die Landwirte in der Obst- und Maisproduktion Schäden in Millionenhöhe. Der extremen Trockenheit könnten auch die Weinstöcke Friauls zum Opfer fallen, die den renommierten Prosecco produzieren. Angesichts der Situation forderten die Regionen Piemont und Emilia Romagna die Regierung auf, den Notstand zu erklären und Sondermaßnahmen zur Wassereinsparung zu ergreifen. Auch die Lombardei und Veneto erwägen denselben Schritt.
Italiens Gläubige beten um Regen - bislang ohne erhört zu werden
Während die Umweltschützer die Regierung in Rom zu Maßnahmen zur Rationalisierung des veralteten Wasserversorgungsnetzes drängen, wird in den Kirchen des Veneto um Wasser gebetet. Tausende Gläubige versammelten sich am Wochenende in den Kirchen der Provinz Rovigo, um ein Ende der Trockenheit herbeizuflehen(apa/red)
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