Montag, 30. Juni 2003

Japanisches Rekord-U-Boot "Kaiko" vermisst

Das japanische U-Boot "Kaiko", das den Rekord im Tiefseetauchen hält, ist vor der Küste Japans verloren gegangen, wie die Betreiber am Montag mitteilten. Der Verlust der unbemannten "Kaiko" wäre ein herber Schlag für die Erforschung von Tiefseephänomenen von Erdbeben bis zu seltenen Bakterien.

Das 3,1 Meter lange U-Boot kappte Ende Mai die Halteleine zu seinem Mutterboot, als sich ein Taifun näherte. Seit dem fehle jede Spur, sagte ein Sprecher des japanischen Meerwissenschafts- und Technologiezentrums (JAMTEC) in Tokio. Am Donnerstag werde über die Einstellung der Suche entschieden.

Für Aufsehen sorgte "Kaiko" 1995: Damals tauchte das gelbe Boot bis auf den 10.911,4 Meter tiefen Grund des Challenger Deep im Marianengraben, dem tiefsten Punkt der Erde. Zur Zeit ist "Kaiko" das einzige Gefährt, das die tiefsten Stellen in den Weltmeeren erreichen kann. Es spürte unter anderem 180 bisher unbekannte Microorganismen aus Meerestiefen unterhalb von 10.000 Metern auf. Ob JAMTEC einen Ersatz für "Kaiko" baut, sei noch nicht entschieden, sagte der Sprecher. (APA)

30.6.2003 15:34