Montag, 30. Juni 2003

Palästinenser nehmen Extremisten fest

Einen Tag nach dem Raketenangriff auf die jüdische Siedlung Kfar Darom im Gazastreifen haben palästinensische Sicherheitskräfte vier mutmaßliche Täter festgenommen. Der palästinensische Sicherheitsbeauftragte Mohammed Dahlan warnte extremistische Gruppen am Donnerstag vor weiteren Gewalttaten.

Die vier im Gazastreifen festgenommenen Palästinenser gehören nach Behördenangaben den "Kräften des Volkswiderstands" an, einer Dachvereinigung verschiedener Palästinensergruppen. Nach den Festnahmen im Lager Jabaliya im nördlichen Gazastreifen forderten mehrere Dutzend Demonstranten in Gaza die sofortige Freilassung der Festgenommenen.

Durch den Raketenbeschuss auf Kfar Darom waren in der Nacht zu Donnerstag drei Israelis leicht verletzt worden. Ministerpräsident Abbas hatte den Angriff als "Sabotageakt" verurteilt. Auch die Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat verurteilte die Angriffe.

Zugleich warf die Autonomiebehörde der israelischen Regierung vor, ihrerseits die Waffenruhe zu verletzten, indem sie die gezielten Tötungen militanter Palästinenser wieder aufgenommen habe. Eine israelische Einheit hatte in der Nacht zuvor in Kalkilya ein Mitglied der Al-Aksa-Brigaden getötet und ein zweites festgenommen. Israel ließ am Abend weitere palästinensische Gefangene frei, unter ihnen den Sicherheitschef des Gazastreifens.

Bei Gesprächen in Gaza haben der palästinensische Ministerpräsident Abbas und die radikalislamische Hamas offenbar Annäherungen erzielt. "Das Treffen ist positiv verlaufen", sagte ein Hamas-Vertreter nach der Begegnung am Freitagabend. Er begrüßte Abbas' Eintreten für eine Freilassung von Palästinensern aus israelischer Gefangenschaft und für einen vollständigen Rückzug Israels von palästinensischem Gebiet. (APA)

30.6.2003 08:13