Sonntag, 6. Juli 2003

Alanis Morissette rockte in Wien

  • 4.000 Fans trotz hohen Ticket-Preises im Schloss Schönbrunn
  • Sängerin setzt eigenständigen Weg unverdrossen fort

Alanis Morissette ist nach ihrem Album "Jagged Little Pill" zu Recht als große Hoffnung auf dem Gebiet Singer/Songwriter gehandelt worden. An dieses mit Hits gespickte Meisterwerk konnte die Kanadierin allerdings bisher nicht mehr in ähnlichem Ausmaß anschließen. Bei ihrem Open Air Auftritt am Samstag in Wien gab sie einen Mix aus älterem und neuerem Material zum Besten.

Die mit bisher sieben Grammys ausgezeichnete Musikerin eröffnete den etwa 90-minütigen Set mit "All I Really Want" von ihrem bis dato besten Longplayer. Dann wechselte sie die Mundharmonika gegen die Gitarre aus und rockte sich durch einen repräsentativen Querschnitt ihrer internationalen Karriere, die 1995 mit den Singles "You Oughta Know" und "Ironic" begonnen hat.

Diese beiden Songs bildeten zugleich die umjubelten Höhepunkte des über Strecken spannungsarmen Konzertes. Auch "Hand In My Pocket" vom Durchbruchsalbum durfte nicht fehlen.

Spaß an Hits
Die Fans, die Sängerin und ihre Band hatten Spaß an Hits wie "Thank U" (der letzten Zugabe), "So Unsexy" oder "Hands Clean", obwohl der Wind den Sound nach Lust und Laune durch des Kaisers Domizil fegte.

Eigener Weg
Neue, erstmals in Österreich zu hören gewesene Songs (darunter "80 Steps") deuten darauf hin, dass Morissette ihren eigenständigen Weg fortsetzt. An der Kooperation mit anderen Song-Schreibern ist sie wenig interessiert.

Die Bilanz nach dem Schönbrunn-Auftritt: Alanis Morissette (mit nicht weniger als 40 Millionen verkauften CDs) macht solide Musik; auch wenn der Ticketpreis mit fast 50 Euro nicht von schlechten Eltern war. Etwa 4.000 Fans ließen sich davon aber nicht abschrecken und pilgerten zu ihrem Star ins Schloss Schönbrunn.
(apa, red)

6.7.2003 11:40