Samstag, 5. Juli 2003

LH a.D. Karl Stix 63-jährig an Krebs gestorben

  • Stix fast 10 Jahre Landeshauptmann und beinahe Finanzminister
  • Gusenbauer: Stix war "Architekt des modernen Burgenlands"

Der beliebte SPÖ-Politiker Karl Stix, von 1991 bis 2000 Landeshauptman von Burgenland, erlag am frühen Samstagmorgen im Alter von 63 Jahren einem Krebsleiden. Er hat nahezu eineinhalb Jahre gegen seine schwere Krankheit angekämpft. Stix starb in seinem Haus in Hornstein. Um ihn trauern - mit vielen Burgenländern - seine Frau Erika und Tochter Karin.

Die Trauersitzung des Burgenländischen Landtages in memoriam Karl Stix wird am Montag vom ORF Burgenland im Rahmen eines Lokalausstieges von 11 bis 12 Uhr live in ORF 2 übertragen.

Stix war ein Landesvater im besten Sinn. Ein starker Wille zum Konsens prägte den Sozialdemokraten, der weit über die Grenzen der eigenen Partei hinaus Anerkennung genoss.

Sein größter politischer Erfolg war die Anerkennung des Burgenlandes als Ziel-1-Gebiet. Diesen Coup schaffte Stix praktisch im Alleingang. Der Brüsseler Geldsegen in Verbindung mit den Vorteilen aus der Ostöffnung und der oft als beispielhaft zitierte burgenländische Weg der Zusammenarbeit von SPÖ und ÖVP verhalfen dem Land zu einem kräftigen Wirtschaftsaufschwung.

Unumstritten
Stix war nicht nur als Landeshauptmann unumstritten, er war auch in der Bundespolitik (Regierungsbildung, Finanzausgleich, Steuerreform) ein gefragter Gesprächspartner und Verhandler.

Karl Stix, am 24. Oktober 1939 geboren, erlernte den Beruf des Schlossers, wurde 1962 SPÖ-Bezirkssekretär von Eisenstadt und 1966 Landesparteisekretär. 1975 kam er in den Landtag. 182 holte ihn der damalige LH Theodor Kery in die Landesregierung, wo er nach wenigen Monaten auch mit dem Finanzressort betraut wurde. Die Landes-SPÖ führte Stix von 1991 bis 1998, er war auch stellvertretender SPÖ-Bundesparteivorsitzender.

Karl Stix war nach Hans Bögl, Theodor Kery und Hans Sipötz der vierte sozialdemokratische Landeshauptmann seit der Landtagswahl 1964, die eine Wende von der ÖVP zur SPÖ als stimmen- und mandatsstärkste Partei brachte. Er sollte 1997 unter Bundeskanzler Viktor Klima Finanzminister werden. Sein Wechsel nach Wien kam aber nicht zustande - Die burgenländische ÖVP wollte den Partner nicht gehen lassen.

Nur wenige konnten wie er im Dialog Parteigrenzen überwinden; Stix' tot ist menschlich wie politisch ein schwerer Verlust.

Im Sommer 1999 überstand Stix einen schweren Autounfall.
(apa, red)

5.7.2003 07:51