Freitag, 4. Juli 2003

Wiener Innenstadt behält Prädikat "Weltkulturerbe"

  • Positiver Entscheid des UNESCO-Komitees

Das Welterbekomitee der UNESCO hat sich am Freitag bei seiner Tagung in Paris für einen Verbleib Wiens auf der Liste des Weltkulturerbes ausgesprochen. Nach Angaben des Wiener Planungsdirektors und Welterbe-Beauftragten Arnold Klotz, der für Wien an der Tagung teilnahm, wurde dies "einstimmig und vorbehaltslos" beschlossen.

Nach dem Aus für die umstrittenen Hochhaus-Pläne am Bahnhof Wien-Mitte war diese Entscheidung des 21-köpfigen Komitees allgemein erwartet worden. Wien, am 13. Dezember 2001 zum Weltkulturerbe erklärt, sei bei der Tagung für seine Bemühungen um Welterbe- Kompatibilität der Bahnhofsüberbauung ausdrücklich gelobt worden, betonte Klotz. Auch den bereits fast fertig gestellten, 87 Meter hohe City Tower am Rande der Wiener Altstadt habe man zur Kenntnis genommen.

In ihrer seit Montag laufenden Tagung hat die UNESCO insgesamt 24 neue erhaltenswerte Stätten zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt. Zugleich setzte die UN-Organisation für Kultur, Erziehung und Wissenschaft die antike assyrische Hauptstadt Assur im Irak und das Bamian-Tal in Afghanistan auf die rote Liste des gefährdeten Welterbes. Kein Thema waren in Paris laut Klotz die Architektur- Querelen um die ebenfalls auf der Welterbe-Liste verzeichneten Altstädte von Graz und Salzburg.

Wiens Planungsstadtrat Schicker bezeichnete die Entscheidung als "schöne Bestätigung der Bemühungen Wiens". Nun müsse alles daran gesetzt werden, den derzeitigen tristen Zustand im Bereich des Bahnhofes Wien Mitte raschest zu beseitigen, so Schicker.

Die Gefahr einer Streichung von der Welterbeliste war seit der Tagung der UNESCO im Vorjahr in Budapest im Raum gestanden. Damals wurden schwerwiegende Bedenken über die "architektonischen Lösungen und die Höhe der geplanten Türme" unweit der Wiener Innenstadt geäußert.

Nach einer von Denkmalschützern, Architekten und Lokalpolitikern emotional geführten Hochhaus-Diskussion erklärte der Bauträger B.A.I. im März schließlich das Aus für die drei bis zu 97 Meter hohen Türme. Derzeit wird an einem Neustart für die Bahnhofsüberbauung gearbeitet. In einem städtebaulichen Planungswettbewerb sucht die Gemeinde Wien ein Projekt, das mit einer "das Stadtbild bereichernden Silhouette" ausgestattet sein soll. Ende September sollen die Preisträger feststehen.

(apa)

4.7.2003 18:38