Freitag, 4. Juli 2003

Verzicht auf Fernseher und Auto ist Armut

  • Weitere Armuts-Indikatoren: Obdachlosigkeit, Hunger, ...
  • Neue IMAS-Umfrage zur Armutsforschung in Österreich

Armut - das ist nach Ansicht der Österreicher längst nicht mehr nur "nichts zu essen" und "kein Dach über dem Kopf", sondern auch "kein Handy", "kein Auto" und "Urlaub daheim". Das ergab eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "IMAS" nach den Merkmalen von Armut bei 1.000 für die Gesamtbevölkerung repräsentativ ausgewählten Personen.

In Armut zu leben, heißt für elf Prozent der Befragten, wenn jemand den Urlaub aus Geldmangel zu Hause verbringen muss. Für zwölf Prozent bedeutet es Armut, wenn sich jemand kein motorisiertes Fahrzeug leisten kann. In der Vorstellung von 14 Prozent lebt ein Mensch in Armut, wenn er aus finanziellen Gründen kein Telefon oder Handy haben kann. Der notgedrungene Verzicht auf einen Fernseher ist für 17 Prozent ein Anzeichen für Armut.

Nach Einschätzung von 41 Prozent lebt derjenige in Armut, der "gerade so durchkommt, sich aber keinen einzigen Euro im Monat ersparen kann". Für 46 Prozent ist ein Zeichen von Armut, wenn sich jemand nur billigste Lebensmittel leisten kann, um satt zu werden. Für 77 Prozent, wenn jemand obdachlos ist, und für 81 Prozent, wenn jemand dauernd Hunger leiden muss.

Bei den Angehörigen der Generation unter 30 sieht bereits jeder Vierte einen Menschen in Not, wenn sich dierer keinen Fernseher leisten kann. Jeweils ein Fünftel empfindet das Fehlen eines Telefons oder eines Autos als Ausdruck von Armut. Jeder sechste spricht von Notlage, wenn sich jemand keine Urlaubsreise leisten kann. (APA/red)

4.7.2003 10:57