Zivildienst boomt in Österreich
- Zivildienst-Erklärungen nehmen sprunghaft zu
- Innenministerium sieht Reformen als geglückt an

Da hat der zuständige Innenminister Ernst Strasser (VP) gut Lachen! Der Zivildienst boomt. In der ersten Jahreshälfte 2003 gaben insgesamt 5.357 junge Männer eine entsprechende Willenserklärung ab. Das ist ein Plus von rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2002 hatten sich im Vergleichszeitraum 4.972 Personen für den Zivildienst angemeldet.
Die Popularität des Zivildiensts ist in den letzten beiden Jahren gehörig angestiegen. 2001 gaben nur 7.942 Männer an, statt dem Bundesheer den Zivildienst zu bestreiten, im Jahr darauf waren es 9.605. Angesichts der Vergleichswerte aus den vergangenen Jahren dürfte dieser Wert heuer neuerlich überschritten werden. Zu beachten ist, dass die Zivildienst-Erklärung nicht automatisch bedeutet, dass der junge Mann auch tatsächlich später Zivildiener wird.
Angesichts dieses Ansturms erfreulich ist, dass auch die Zahl der Zuweisungen signifikant zunimmt. 2001 konnten 8.249 Plätze vergeben werden, 2002 waren es schon 8.932 und heuer sind es - Stichtag 27. Juni - 9.012. Am Stärksten frequentiert ist wie üblich der Oktober- Termin, an dem rund 3.770 Zivildiener einrücken werden.
Das Innenministerium sieht durch die aktuellen Zahlen die Reformen im Zivildienst-Bereich als gelungen an. Die häufig geäußerte Kritik an der Verpflegung der Zivildienstleistungen wird zurückgewiesen. Der Gestaltungsspielraum für die optimale Verpflegeart, ob Küchenbetrieb oder Verpflegsabgeltung, sei insbesondere im Interesse der Zivildienstleistenden bewusst nicht eingeengt. Das Innenministerium zahle derzeit 5,81 Euro pro Tag, das Rote Kreuz sechs Euro. Im immer wieder als Vorbildland beschriebenen Deutschland betrage die finanzielle Leistung bei Selbstversorgung 5,98 Euro täglich.
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