Dienstauto-Betrug: Mutmaßliche Täter in U-Haft
- Schadenssumme von mindestens 43 Millionen Euro
Rund um den Betrug mit tausenden angeblich bestellten Dienstautos wurde im Wiener Landesgericht über die mutmaßlichen, aber glücklosen Millionen-Betrüger Peter K. (58) und Peter Sch. (56) die U-Haft verhängt. Offizieller Haftgrund: Tatbegehungsgefahr. Die beiden waren damit nicht einverstanden und legten dagegen Beschwerde ein.
"Die Haftprüfungsverhandlung findet am 10. Juli statt", hieß es dazu von seiten des Landesgerichts. Das Duo hatte bei einem französischen Autohersteller mit gefälschten Auftragspapieren Dienstautos für das Innenministerium, die Caritas, das Hilfswerk und die FPÖ geordert. Allein für das Innenministerium sollen 3.500 neue Fahrzeuge bestellt worden sein. Größenordnungsmäßig ist von einer "Gesamtbestellmenge" jenseits der 5.000 Stück-Grenze und einer Schadenssumme von mindestens 43 Millionen Euro die Rede. Tausende Autos in der Farbe "Polizei-Weiß" stehen jetzt auf Halde.
Aufgeflogen war die seit 2002 laufende "Geschäftsabwicklung" ohne realen Hintergrund, als sich die Autos schon in Österreich befanden und der Hersteller - spät, aber vorhersehbar - mit den vermeintlichen Auftraggebern wegen der Riesen-Bestellungen direkten Kontakt aufnahm. Ein Ende, das zu erwarten war, wie der Leiter des Bundeskriminalamts (BK), Herwig Haidinger, und seine Mitarbeiter meinen. Noch nicht ganz klar ist deshalb, was für die Verdächtigen bei dem Schwindel herausgeschaut hat - laut Haidinger "keine Summe in der Höhe, mit der man in Südamerika länger auskommt".
Die Männer hatten offenbar aber auch gar keine Vorkehrungen getroffen, sich rechtzeitig abzusetzen. Jedenfalls dürften sie angeblich angefallene "Spesen bei der Geschäftsanbahnung" in Rechnung gestellt und kassiert haben. Wie sie an das "große Geld" kommen wollten, wird noch untersucht.
(apa)
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