NEWS: Bei Kampf-Parteitag im Juli droht Macht-Duell
- NEWS-Umfrage: 53 % glauben an Haider-Sieg im FPÖ-Streit
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News: 53% glauben an Haider-Sieg
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Haider-Chronik 'bin schon weg' & 'da'!
Damit hatte Jörg Haider wahrlich nicht gerechnet. Dass ihm just der Schussel (Herbert Haupt über Herbert Haupt), der doch all die Jahre von allen nur belächelt wurde, so eine empfindliche Niederlage verpasste, will der Haider einfach nicht begreifen. Nach dem Teilsieg sinnt Haider auf Rache. Es könnte bereits bei einem Kampf-Parteitag im Juli zum Macht-Duell um die Führung der Freiheitlichen kommen.
In seinem Büro in der Kärntner Landesregierung grübelt Haider auch noch am Dienstag drei Tage nach der Schmach von Deutschlandsberg , wie das Ganze passieren konnte.
Der ausgetrickste Haider
Das war nicht dem Herbert seine Idee. Ich glaub, der kapiert gar nicht, dass er gegen mich nur missbraucht wird, versucht sich Haider im kleinen Kreis offenbar selbst zu trösten. Doch der Ex-FP-Chef, der so gerne schon im Herbst wieder an die blaue Parteispitze zurückgekehrt wäre, weiß freilich nur zu gut, dass nun ausnahmsweise mal er von Haupt blamiert wurde. Denn immerhin glaubte Haider ja wirklich, dass der Vizekanzler bei der FP-Vorstandsklausur vergangenen Samstag in der Burg Deutschlandsberg freiwillig seinen Rückzug erklären würde. In diesem Glauben hatte Haupt seinen langjährigen Weggefährten schließlich auch gelassen, um ihn dann in absentia schlicht mit einer Abstimmung zu überraschen und auszubremsen. Haupt hat sich vom blauen Parteivorstand absegnen lassen, dass er bis zum ordentlichen FP-Parteitag 2004 als FP-Obmann zur Verfügung stehe. Ein beachtlicher Etappensieg für Herbert Haupt, der wieder einmal seine Hauptqualität vorführte: einfach sitzen bleiben, komme, was wolle. Doch es wäre nicht Haider, würde er sich so einfach geschlagen geben.
Sicher, die Niederlage gegen Haupt sitzt tief, doch genau das stachelt ihn noch mehr an. Immerhin fühlt er sich ja im Recht. Im NEWS-Interview geht Haider denn auch in die Offensive: Natürlich stehe ich weiter als FP-Obmann zur Verfügung. Haupt und ich hatten eine Vereinbarung per Handschlag, dass ich im September wieder FPÖ-Chef werde, beschuldigt Haider Haupt offen des Wortbruchs. Unter Burschenschaftern eigentlich ein Duellgrund. Und genau das bereitet Haider vor.
Sonderparteitag im Juli? Seine Mitstreiter stehen jedenfalls bereits parat: Auch wenn Haupt sich ausdrücklich ausbedungen hat, dass von nun an nur mehr er zu Führungsfragen Stellung nehmen darf, wollen sich die Haiderianer partout nicht daran halten. Im Gegenteil: FP-Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn, der sich Haider auch weiterhin als FP-Chef zurückwünscht, hält einen blauen Sonderparteitag für eine Möglichkeit. Salzburgs FP-Chef Karl Schnell bleibt ebenfalls stur: Es sei nunmal so, dass sich die Basis Haider zurückwünscht. Der Kärntner Mandatar Uwe Scheuch glaubt das ebenso wie Kärntens Landeshauptmannstellvertreter Karl Pfeifenberger, der Haupt frontal angreift: Haupt wird bald erkennen, dass er auf breiter Ebene mit keiner Zustimmung rechnen kann. Er soll die Basis befragen, dann wird er sehen, dass er auf dem falschen Weg ist.
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