Ja von VCÖ & KfV: Jährlich bis zu 150 Tote weniger
Ja zum Punkte-Führerschein sagen die Experten vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Der lange geforderte Punkteführerschein sei ein wirksamer Schutz gegen Auto-Rowdys. Die Zahl der Unfall-Toten könne dank neuer Regelung um bis zu 150 Opfer gesenkt werden.
Laut KfV befürworten drei Viertel der Bevölkerung das neue System. "Gegen mehrfach auffällige Lenker, die durch extreme Raserei, gefährliches Überholen, Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss oder Geisterfahrten andere Verkehrsteilnehmer gefährden, kann man nicht nur mit immer höheren Strafen und längeren, nicht aufeinander abgestimmten Führerschein-Entzügen gegensteuern", so KfV-Direktor Othmar Thann.
In Frankreich, England und Deutschland habe sich das System laut Thann seit Jahren bewährt. Es gehe nicht um die Verfolgung geringer Tempoüberschreitungen oder von Parkdelikten. "Verfolgt werden sollen nur wirklich gefährliche Delikte, wie zum Beispiel Rasen im Ortsgebiet mit 100 km/h."
"Wer den Punkteführerschein in Österreich einführt, rettet Jahr für Jahr etwa 150 Menschenleben", sagte VCÖ-Sprecher Martin Blum. Die Gefahr, in Österreich im Straßenverkehr zu sterben, sei etwa doppelt so groß wie in Großbritannien, das zu den sichersten Ländern der EU zählt und seit mehr als 30 Jahren den Punkteführerschein hat.
Das geplante System akzeptiert, dass nicht jeder ein perfekter Fahrer ist und sieht vor, dass diese Schwächen beseitigt werden, hieß es. Es wirke wie eine Impfung gegen Führerscheinentzug. Deshalb dürften die Autofahrerclubs die Einführung nicht blockieren, so der VCÖ.
Thann kritisierte, dass Österreich den geringsten Strafsatz für Verkehrsdelikte innerhalb Europas habe. "Ein Punktesystem schafft, dass bedrohliche Lenkerkarrieren frühzeitig erkannt und diese mit individuellen Maßnahmen gestoppt werden können." (apa)
