Mobilkom gab unverbindliches Angebot für MobilTel ab
- Jetzt folgt die Due-diligence-Prüfung
- Der kolportierte Kaufpreis lag zuletzt bei 1. Mrd. Euro
Die Telekom Austria (TA) habe über ihre 100-Prozent-Tochter Mobilkom Austria "in der ersten Phase der Interessenssuche ein vertrauliches, unverbindliches Angebot" für die bulgarische Mobilfunkfirma MobilTel abgegeben, bestätigte TA-Generaldirektor Heinz Sundt. Die MobilTel gehört u.a. dem österreichischen Industriellen und Ex-ÖVP-Obmann Josef Taus.
Die Frist dieser ersten Bieterphase für die MobilTel war Branchenkreisen zufolge am 19. Juni abgelaufen. Nun soll eine Due-diligence-Prüfung der MobilTel folgen, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen werde. Nach Vorliegen dieser Prüfungsergebnisse werde die Mobilkom dann entscheiden, ob ein verbindliches Angebot für die MobilTel gelegt werde.
Bulgarien gehört zum Interessensgebiet
Der Wert der MobilTel wurde zuletzt von Analysten auf 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro geschätzt, als möglicher Kaufpreis wurde 1 Mrd. Euro kolportiert. "Bulgarien gehört zu unserem Interessensgebiet", hatte TA-Vorstand und Mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic Anfang Juni betont. Der bulgarische Mobilfunkmarkt sei angesichts der 29-prozentigen Penetration ein "Markt mit Wachstumschancen". Von Nachteil sei allerdings, dass das bulgarische Bruttoinlandsprodukt (BIP) weit unter dem Osteuropa-Schnitt liege, dass ein dritter Netzbetreiber wahrscheinlich sei, dass daher ein Sinken des durchschnittlichen Umsatzes pro Kunden (ARPU) zu erwarten sei und noch offen sei, ob UMTS eingeführt werde.
Sundt hatte bereits Ende Mai sein Aufsichtsratsmandat bei der bulgarischen MobilTel zurückgelegt, was von Branchenkreisen als Weichenstellung für eine mögliche Übernahme gewertet wurde. (apa/red)
