Montag, 23. Juni 2003

Bangladescher wartete 27 Jahre auf Telefonanschluss

  • Neuer Kunde: "Ich bin so glücklich, aber ich bin auch traurig"
  • Beantragung des Anschlusses wurde bereits 1976 eingereicht

Nach einer Wartezeit von 27 Jahren hat sich der Traum eines Bangladeschers erfüllt: ein eigener Telefonanschluss. Seit kurzem kann der inzwischen 60 Jahre alte Mohammad Ismail von seiner Wohnung aus telefonieren, wie die Tageszeitung "Manabzamin" berichtete.

Ismail hatte den Anschluss im Mai 1976 beantragt und die Anschlussgebühr bezahlt. Sein Antrag ging jedoch bei der staatlichen Telefongesellschaft verloren, und seine zahlreiche Beschwerden in den Folgejahren blieben erfolglos.

Kostenloser Telefonapparat als Entschuldigung
"Manabzamin" hatte erstmals in der vergangenen Woche über Ismails Schicksal berichtet. Daraufhin tauchte dessen Antrag nach Angaben der Telefongesellschaft wieder auf, und der Anschluss wurde verlegt. Als Entschädigung erhielt der Rentner einen kostenlosen Telefonapparat. Die Verbindung früher herzustellen, sei aus technischen Gründen nicht möglich gewesen, hieß es zur Begründung.

Die alten Träume sind ausgeträumt
"Ich bin so glücklich, aber ich bin auch traurig", sagte Ismail. "Als ich den Antrag gestellt habe, war ich ein junger Mann von 33 Jahren und habe von meinem eigenen Telefon geträumt. Jetzt sind diese Träume vorbei. Jetzt werden meine Kinder das Telefon benutzen." In Bangladesch haben nur weniger als zehn Prozent der 130 Millionen Einwohner einen eigenen Telefonanschluss. (apa/red)

23.6.2003 15:41