Montag, 23. Juni 2003

NTT-DoCoMo kritisiert Mobilfunk-Wertekette in Europa

  • UMTS-Erfolg, wenn Preis, Dienste und Handys auf GSM-Niveau
  • Japanischer i-mode-Dienst rentiert sich bereits finanziell

Der i-mode-Europachef des japanischen Mobilfunkkonzerns NTT DoCoMo, Yusuke Kanda, hat die Wertekette im europäischen Mobilfunk kritisiert: "Die GSM-Anbieter haben bei ihren Datendiensten die Wertekette zu wenig berücksichtigt", erklärte Kanda. UMTS werde sich erst dann durchsetzen, wenn es vergleichbare Preise, Dienste, Bedienbarkeit und Endgeräte-Akkudauer besitze wie GSM.

Dass sich i-mode, ein in Japan überaus erfolgreicher Datenübertragungsstandard und UMTS-Vorläufer, im Land der aufgehenden Sonne durchgesetzt habe, sei auf die penible Einhaltung einer "value chain" (Wertekette) zurückzuführen, die vom Inhalt über die Serverleistung bis hin zum Endgerät reiche. Kanda: "Mobilfunk ist wie eine Ökosystem in einem Regenwald. Wichtig ist das Zusammenspiel zwischen Mobilfunkanbieter, Technik und Inhaltelieferanten."

i-mode bringt Geld ein
Während die UMTS-Anbieter derzeit noch kein Geld verdienen würden, zeigte sich Kanda mit dem durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer (ARPU) bei i-mode sehr zufrieden. "Warum machen wir i-mode? - Weil es Geld bringt", so Kanda. Wichtig sei, das das Angebot dem Inhalt angepasst wird und es eine offene Plattform für Inhalte-Anbieter gibt. Kanda: "Für uns ist nicht interessant, wer welchen Inhalt anbietet."

i-mode wird derzeit außerhalb Japans über Partnerschaften von NTT DoCoMo mit lokalen Netzbetreibern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Spanien geschlossen. Auch in Italien steht NTT DoCoMo derzeit vor einer i-mode-Partnerschaft mit Wind.

Österreich im Mittelfeld
Trotz des bereits erfolgten UMTS-Startes in Österreich erwarten sich die heimischen Experten in den nächsten eineinhalb Jahren die höchste m-Commerce-Erträge nach wie vor vom GSM-Kurzmitteilungsdienst SMS. Als Vorreiter beim m-Commerce sehen die Fachleute Japan und Finnland, Österreich bewege sich im Mittelfeld. (apa/red)

23.6.2003 13:14