Mittwoch, 25. Juni 2003

Born To Run - Mit Musik läuft sich's viel besser

  • Innovation: Musik steuert den Trainingstakt für Jogger und Co.
  • Institut entwickelte Software für den optimalen Laufstil

Viele Jogger schätzen den Walk- oder Diskman beim Laufen. Damit die Musik in Zukunft auch immer die optimale Geschwindigkeit hat, man daher stets im Takt laufen kann, arbeiten Wissenschafter des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) an einem entsprechenden System. Im Labor funktioniert die Sache bereits, derzeit basteln die Forscher an Adaptationen für mobile Geräte, etwa MP3-Spieler oder so genannte Palmtops (PDAs).

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Läufer Ausdauer und Leistung verbessern können, wenn sie mit Musik schwitzen. Sie laufen entspannter, die Schrittfrequenz ist gleichmäßiger und ihre Atmung tiefer, berichten die deutschen Wissenschafter. Bisher stellte jedoch die Auswahl der Titel den Jogger vor ein Problem, und oft passte die Lieblingsmusik nicht zum Laufrhythmus.

Tempo passt sich an Körperfunktionen an
Das am IGD entwickelte System ist als Erweiterung für tragbare Geräte gedacht. Puls- und Blutdruckmesser sowie Beschleunigungssensoren am Körper des Joggers liefern Daten an das Gerät. Je nach Geschwindigkeit und körperlicher Belastung passt eine Software das Tempo der Musik stufenlos dem Laufstil an. Die Tonhöhe ändert sich dabei nicht, aus einem satten Bariton wird kein Schlumpf-Gesang.

Eigenes Trainingsprogramm erstellen
Umgekehrt kann sich der Nutzer auch ein maßgeschneidertes Trainingsprogramm mit Ruhephasen und Leistungsspitzen erstellen. Er braucht seinen Laufstil stets nur an die Musik anpassen und trainiert genau im gewünschten Tempo. Im stationären Betrieb habe sich das System bereits gewährt, betonte Gerald Bieber, IGD-Bereitsleiter. Ein Problem stellen derzeit aber noch die begrenzten Rechnerressourcen der tragbaren Geräte dar. An der Behebung des Mankos werde allerdings gearbeitet. (apa/red)

25.6.2003 09:20