Montag, 23. Juni 2003

Preis "Freiheit im Internet" an tunesischen Dissidenten

  • Sofortige Freilassung Yahyaouis wird gefordert
  • 51 Cyber-Dissidenten sitzen derzeit weltweit hinter Gitter

Der tunesische Online-Dissident Zouhair Yahyaoui ist der erste Träger des Preises "Freiheit im Internet", den die internationale Organisation zur Verteidigung der Pressefreiheit "Reporter ohne Grenzen" (RSF) in Paris und GlobeNet gemeinsam vergeben. Der junge Betriebswirt sitzt seit 4. Juni 2002 in der Nähe von Tunis hinter Gittern, weil er es gewagt habe, auf seiner Webseite das autoritäre Regime von Staatschef Zine el Abidine Ben Ali zu kritisieren, wie RSF mitteilt. Die Satire-Seite war gerade bei jungen Tunesiern sehr erfolgreich. Sie ist seitdem gesperrt.

Mit dem Preis werden Internet-Nutzer geehrt, die sich in besonderer Weise für das Recht auf freie Information im Netz eingesetzt haben. Für Yahyaoui nimmt seine Verlobte Sophie Piekarec den Preis stellvertretend in Empfang. "Nach mehr als einem Jahr Haft unter unmenschlichen Bedingungen und nach drei Hungerstreiks ist Yahyaouis Gesundheit akut bedroht.

Wir fordern erneut seine sofortige und bedingungslose Freilassung," erklärte RSF-Generalsekretär Robert Menard. In einem Bericht warnt RSF vor einer weltweit zunehmenden Zensur und Kontrolle im Netz. Zouhair Yahyaoui ist einer von 51 Cyber-Dissidenten, die weltweit wegen ihrer online vertretenen Meinung hinter Gittern sitzen.

Weitere Informationen:

  • RSF-Website

    23.6.2003 12:18