Donnerstag, 26. Juni 2003

US-Ökonomen nach Zinssenkung zuversichtlicher

  • Konkunktur scheint sich bald wieder zu festigen
  • Zinsabstand zwischen USA und dem Euro-Raum vergrößert

Nach der Zinssenkung in den USA blicken amerikanische Ökonomen wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Sie wiesen am Donnerstag darauf hin, dass die Einschätzung der Notenbank zur wirtschaftlichen Entwicklung inzwischen optimistischer scheine als noch im Mai.

An den Aktienmärkten löste die Entscheidung der Fed, den entscheidenden Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,0 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit 45 Jahren zu verringern, dagegen keine Euphorie aus. Der DAX in Frankfurt legte bis gegen 14.30 Uhr nur leicht um 0,84 Prozent auf 3.225,65 Zähler zu. Händler sagten, die Investoren hätten ein Abschmelzen des Zinssatzes um 50 Basispunkte statt der erfolgten 25 Basispunkte erwartet.

Die Fed hatte am Mittwochabend erklärt, es gebe zahlreiche Anzeichen, dass sich die Konjunktur festige. Die relativ zuversichtliche Erklärung spricht dafür, dass die Fed von einer Wachstumsbeschleunigung in den nächsten Quartalen ausgeht.

Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr
Die US-Wirtschaft war im ersten Quartal um 1,9 Prozent gewachsen. Nach Einschätzung von Ökonomen dürften auch die Monate April bis Juni nicht stärker ausgefallen sein. Eine durchgreifende Erholung wird jetzt in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Mit der Entscheidung der Fed hat sich der Zinsabstand zwischen den USA und dem Euro-Raum wieder etwas vergrößert. Die im Vergleich zu den USA deutlich höheren Zinsen im Euro-Raum gelten als ein Grund für den Kursanstieg der europäischen Gemeinschaftswährung. Denn für Investoren ist es derzeit interessanter, Geld in Euro anzulegen. Die EZB hatte Anfang Juni die Zinsen um 50 Basispunkte gesenkt. Der entscheidende Leitzinssatz liegt bei 2 Prozent. Vorerst wird keine weitere Zinssenkung im Euro-Raum erwartet. (apa)

26.6.2003 16:04