Strategischer Investor für ÖIAG-Wieltsch vom Tisch
- AR-Vize sieht "aus jeder Ecke Interessenten vorhanden"
- Vorgespräche mit Magna als normal bezeichnet
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ÖIAG-Vorstandsdirektor und voestalpine-AR-Vize-Chef Rainer Wieltsch sieht nach der von der Regierung beschlossenen Ergänzung des Privatisierungsauftrages beim börsennotierten oberösterreichischen Stahlunternehmen "keinen Platz mehr für einen strategischen Investor" als Käufer für voestalpine-Staatsanteile.
"Nach der jetzigen Ergänzung des Privatisierungsauftrages für die Voest ist für einen strategischen Investor kein Platz mehr", so Wieltsch. Schon am Mittwoch hatte die ÖIAG auf ihrer Homepage unter anderem erklärt, die Privatisierungsoptionen würden bei voestalpine durch die Auftrags-Ergänzung nun auf Börse und Finanzinvestoren eingeschränkt.
Die Republik hält noch 34,7 Prozent an dem Stahlunternehmen. Im Ministerrat hat die Regierung am Dienstag vier Bedingungen für die Abgabe weiterer Staatsanteile beschlossen: Es müsse ein heimischer Kernaktionär gewahrt sein, die Entscheidungszentrale sowie die Forschungs- und Entwicklungskapazität im Land erhalten bleiben und die Erhaltung der Einheit des Unternehmens gewährleistet werden, hatten Kanzler Wolfgang Schüssel und Finanzminister Karl-Heinz Grasser anschließend erklärt.
Gespräche mit Magna bestätigt
Wieltsch bestätigte, dass es Gespräche mit Magna gegeben habe, aber daneben noch "mit mehr als einer Hand voll anderer Interessenten". Diese Kaufwilligen hätten sich - so Wieltsch - von sich aus bei der ÖIAG gemeldet, eine Investmentbank sei nicht eingeschaltet gewesen.
"Das war nicht notwendig", so Wieltsch. "Aus jeder Ecke war einer da: Strategischer Investor, eine Investmentbank, die den Anteil über die Börse platzieren wollte, Finanzinvestoren. Außerdem waren wir nicht soweit, das waren erste vertrauliche Gespräche, um auszuloten, welche Konzepte die Interessenten haben. Es war bei weitem nicht so, dass wir die Voest bereits an Magna verkaufen wollten."
Wieltsch bezeichnet solche Gespräche am Beginn eines Privatisierungsprozesses als "normal. Wir reden mit jedem qualifizierten Bewerber." Aus diesen Gesprächen - so der ÖIAG-Vorstandsdirektor - würden dann Verkaufs-Szenarien entwickelt und Finanzminister Karl-Heinz Grasser vorgelegt. Sobald der sie gut geheißen habe, werde die Sache dem ÖIAG-Aufsichtsrat zur Entscheidung vorgelegt. Der könne sie noch an den ÖIAG-Privatisierungausschuss zwecks Klärung von Details weiterleiten und dann später entscheiden.
Erlösmaximierung angestrebt
Die wichtigste Vorgabe für die ÖIAG heißt laut Wieltsch Erlösmaximierung. Die jetzige Vorgabe, entweder über die Börse oder an Finanzinvestoren zu verkaufen, läuft dem - so der Bericht - zuwider. "An einen strategischen Investor zu verkaufen heißt, auch eine Prämie auf den Preis zu bekommen. Unsere Vorgaben sind kompliziert genug." (apa/red)
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