Liebscher sieht keine Deflationsrisken im Euroraum
Klaus Liebscher, Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), sieht derzeit keine Deflationsrisiken in der Eurozone. "Die Inflation im Euroraum liegt schon seit einiger Zeit bei der 2 Prozent-Marke und aus relevanten Prognosen lassen sich keine deflationären Risiken ableiten", sagte Liebscher am Dienstagabend in Wien.
Für Deutschland hatten Konjunkturexperten zuletzt wiederholt Deflationsrisiken ausgemacht. "Innerhalb einer Währungsunion können, regional und zeitlich begrenzt, relativ niedrige Preisanstiege, vielleicht sogar fallende Preisniveaus auftreten. Diese sollten aber die Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Region innerhalb des Währungsgebiets verbessern", erklärte Liebscher laut dem am Mittwoch verbreiteten Redetext.
Der EZB-Rat werde jedenfalls die künftigen Entwicklungen - im Hinblick auf sein vorrangiges Ziel der Sicherung von Preistabilität im Euroraum - "sehr genau beobachten". Nach den Worten des OeNB- Gouverneurs sollte der Preisanstieg im Euroraum aus heutiger Sicht mittelfristig unter die Marke von zwei Prozent sinken. "Für 2004 und 2005 erwarten wir HVPI-Daten von deutlich unter zwei Prozent", sagte das EZB-Ratsmitglied.
Laut Liebscher liegt dieser Erwartung die Annahme eines in Relation zum US-Dollar gestärkten Euro, der über die Importe Preis dämpfend wirke, und eines sich verhalten beschleunigenden Wirtschaftswachtums zu Grunde, aber auch die Annahme von nach dem Irakkrieg rückläufigen Ölpreisen sowie einer gemäßigten Lohnentwicklung.
(apa)
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