Mittwoch, 25. Juni 2003

Weniger Firmenpleiten, aber mehr Privatkonkurse

Während die Zahl der Firmenpleiten in Österreich im ersten Halbjahr im Jahresvergleich um fast fünf Prozent auf insgesamt 2.622 Insolvenzen zurückgingen, nahmen die Privatkonkurse im selben Zeitraum um 12,4 Prozent auf 1.785 Fälle zu. Dieser Trend werde sich im Gesamtjahr fortsetzen, so Hans-Georg Kantner vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Mittwoch.

Die Zahl der überschuldeten Haushalte in Österreich habe sich seit 1994 von 80.000 auf jetzt rund 100.000 mehr als verdoppelt. Mit einer weiteren Zunahme der Privatkonkurse sei heuer zu rechnen, hieß es bei der Präsentation der Insolvenzstatistik für das erste Halbjahr 2003.

Die Zahl der Firmenpleiten nahm zwar ab, allerdings nimmt Österreich bei der Insolvenzrate (Anteil der Pleiten an allen aktiven Unternehmen) in Europa hinter der Schweiz (über 3 Prozent) und Schweden (über 2 Prozent) mit 1,7 Prozent den drittschlechtesten Platz ein. Deutschland schneidet trotz Pleitenrekorden mit einer Rate von 1 Prozent deutlich besser ab.

Im Detail gingen die Gesamtinsolvenzen in Österreich um 4,6 Prozent auf 2.622 Fälle zurück. Die mangels Masse abgewiesenen Konkursanträge reduzierten sich um 8,2 Prozent auf 1.217 Fälle. Die Zahl der eröffneten Insolvenzen schrumpfte um 1,3 Prozent auf 1.405 Fälle, davon 36 Ausgleiche (plus 16,1 Prozent) und 1.369 Konkurse (minus 1,7 Prozent).

Auf Grund weniger Großinsolvenzen im ersten Halbjahr schrumpften die Passiva mit minus 31,1 Prozent um fast ein Drittel auf 1,139 Mrd. Euro. Rechnet man allerdings die Libro-Pleite, die die Statistik 2001 kräftig nach oben belastet hat, heraus, beträgt der Rückgang rund 15 Prozent.
(apa)

25.6.2003 13:07