Mittwoch, 25. Juni 2003

Feriendiskussion geht in die nächste Runde

  • Haben die Lehrer zu viel Ferien?

In die nächste Runde geht die beinahe schon jährliche Diskussion über die Ferienordnung kurz vor Schulschluss. Sportstaatssekretär Schweitzer erneuerte in der ORF-Sendung "Offen gesagt" am Sonntagabend seine Forderung nach einer Öffnung der Schulen in den letzten beiden Wochen der Sommerferien.

Einerseits könne dort schulinterne Fortbildung für die Lehrer betrieben werden, andererseits sollten die Pädagogen jenen Schülern zur Verfügung stehen, die sich auf eine Nachprüfung vorbereiten. Die AHS-Direktorin Christa Koenne wiederum schlug vor, Nachprüfungen nicht in der ersten Schulwoche, sondern noch in der letzten Ferienwoche abzuhalten.

Generell bemängelte Schweitzer, dass die Lehrer-Fortbildung zu oft in der Schulzeit stattfinde. Dafür sollten verstärkt die Ferien herangezogen werden: Unterrichtsfreie Zeit heiße für die Lehrer nicht automatisch Urlaub - sonst hätten nämlich die Lehrer im Vergleich zur Restbevölkerung zu viel Urlaub.

Die Pädagogen arbeiteten nicht weniger als die Restbevölkerung, widersprach Lehrer-Gewerkschafter Michael Zahradnik: "Wir sind Saisonarbeiter." Manchmal werke man 100 Stunden in der Woche, zu anderen Zeiten eben gar nicht - "wir kommen aber auf unsere Zeit". Die Abhaltung von Förderunterricht für Nachprüfungs-Kandidaten in der Sommerzeit halte er wie Schweitzer für sinnvoll. Allerdings sollten dafür arbeitslose junge Lehrer herangezogen und beschäftigt werden.

Zu einer generellen Neuordnung der Ferienordnung gab Zahradnik zu bedenken, dass man einen großen Ferienblock brauchen werde, um die an berufsbildenden Schulen vorgeschriebenen Praktika unterzubringen.
(apa)

25.6.2003 10:18