Dienstag, 24. Juni 2003

Personalabbau und Flottenreduktion bei Swiss

  • 3.000 von insgesamt 9.800 Mitarbeitern sind davon betroffen
  • Gewerkschaften reagieren mit heftiger Kritik auf die Maßnahmen

Die Schweizer Fluglinie Swiss hat einen neuen Business-Plan zur Rettung vorgelegt, der den Abbau von 3.000 ihrer rund 9.800 Mitarbeiter vorsieht. Das gab das Unternehmen am Dienstag in Basel bekannt. Zudem sollen 34 Flugzeuge stillgelegt werden. Insgesamt will das Unternehmen nach eigenen Angaben 1,6 Mrd. Franken (1,04 Mrd. Euro) einsparen. Die Gewerkschaften kündigten Widerstand an.

Damit reagiere "die neue, massiv verkleinerte Swiss auf die tief greifenden Veränderungen des Airline-Marktes", erklärte das Unternehmen. Die Änderungen sollen zu Beginn des Winterflugplanes wirksam werden. "Wir wissen, dass wir schwarze Zahlen schreiben müssen, um die Schweiz mit der Swiss zu versöhnen", sagte der Verwaltungsratspräsident der Swiss, Pieter Bouw bei der Pressekonferenz. 2004 will die erst vor knapp 15 Monaten als Swissair-Nachfolger gestartete Fluggesellschaft erstmals wieder operativ Gewinn bringend arbeiten.

Swiss will nun als Teil eines neuen Konzepts als erste Linienfluggesellschaft auf innereuropäischen Strecken sowohl eine Premium Business Class als auch eine preisgünstige Economy Class anbieten. Außerdem will sich die Swiss auf Gewinn bringende und zukunftsträchtige Strecken konzentrieren. Das Flug-Netzwerk insgesamt soll über ein Drittel (35 Prozent) kleiner werden. Bei den Kündigungen ist besonders das Bodenpersonal mit 1.500 Stellen betroffen.

Die Gewerkschaften reagierten mir harscher Kritik auf die drastischen Maßnahmen: "Die Sanierung der Swiss kann mit der angekündigten Flottenreduktion nicht gelingen", hielt die Luftfahrtsgewerkschaft fest und warf dem Management Unfähigkeit vor. (apa)

24.6.2003 16:11