Ankerbrot: 300 Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet
- Personal bei Betriebsversammlungen über die Lage informiert
- Neue Investoren machen Einstieg von Ausgleich abhängig
Der angeschlagene Wiener Backwarenkonzern Ankerbrot hat 300 Mitarbeiter beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet. Dabei handle es sich um eine Vorsichtsmaßnahme im Zuge des geplanten Ausgleichsverfahrens, hieß es am Montag. Die wichtigen Weichenstellungen für Ankerbrot - Einigung mit dem künftigen Investor und Antrag auf Ausgleich - dürften noch diese Woche erfolgen.
Die beiden potenziellen Investoren - Klaus Ostendorf und die Münchner Orlando-Gruppe - würden ihren Einstieg bei Ankerbrot von der Durchführung eines Ausgleichs abhängig machen. Sobald die juristischen Modalitäten der Übernahme geklärt seien, werde das Ausgleichsverfahren eingeleitet werden. Den Antrag bei Gericht werde die Ankerbrot AG stellen, der Filialbereich werde davon nicht betroffen sein, hieß es.
"Insolvenzverfahren bedeutet Neustart"
"Ein Insolvenzverfahren in Form des Ausgleichs bedeutet keine Beerdigung, sondern einen Neustart. Er ermöglicht die bilanzielle Sanierung des Unternehmens", betonte der Finanzvorstand des Mehrheitsgesellschafters Müllerbrot AG, Wolfram Olschowy.
Mehrheitsgesellschafter Hans Müller jun. habe indes die Funktion des Alleinvorstandes der Ankerbrot AG zurückgelegt, hieß es weiter. Das gerichtliche Ausgleichsverfahren sollte bis Herbst heurigen Jahres abgeschlossen sein.
Mitarbeiter wurden informiert
Im Zuge der Betriebsversammlung seien die Mitarbeiter über die Konsequenzen des bevorstehenden Ausgleichsverfahrens informiert worden. "Die vorübergehende Einstellung von Lohn- und Gehalts-Sonderzahlungen bedeutet keinesfalls, dass Mitarbeiter um ihr Geld bangen müssen", meinte Olschowy. Die Zahlungen an die Mitarbeiter seien durch den Insolvenzausfallgeldfonds gesichert.
Außerdem werde sich Ankerbrot um eine Zwischenfinanzierung bemühen, um die Wartezeit zu verkürzen. Laut Olschowy wolle und könne man den Entscheidungen des künftigen Investors nicht vorgreifen, doch werde es "kaum zu dramatischem Personalabbau" kommen. (apa)
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