Liberias Rebellen erklären Waffenruhe

Nach tagelangen schweren Kämpfen um die liberianische Hauptstadt Monrovia hat die größte Rebellengruppe des Landes zur "Vermeidung einer humanitären Katastrophe" einen sofortigen Waffenstillstand verkündet. Wie die Rebellen der Vereinigten Liberianer für Versöhnung und Demokratie (LURD) mitteilten, trat die einseitige Waffenruhe am Freitagmittag (MESZ) in Kraft.
Damit solle die dringend benötigte Hilfe für die Zivilbevölkerung ermöglicht werden, hieß es. Der innen- und außenpolitisch in die Enge getriebene Staatspräsident Charles Taylor erteilte Forderungen nach seinem Rücktritt erneut eine Absage. Die seit Ende 1999 für Taylors Sturz kämpfenden LURD-Rebellen wollten nach eigenen Angaben den Druck auf den Präsidenten aufrecht erhalten und zu diesem Zweck nicht von ihren Stellungen am Eingang zum Stadtzentrum von Morovia weichen.
Die Lage in der Hauptstadt mit ihren fast 700.000 Einwohnern verschlechterte sich zusehends. Zehntausende Menschen litten unter akutem Mangel an Lebensmitteln, Trinkwasser, Medikamenten. Hunderte von Zivilisten wurden allein diese Woche getötet, viele durch Geschosssplitter und Raketen. Die Krankenhäuser waren dem Ansturm der Verletzten nicht mehr gewachsen. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" war eigenen Angaben zufolge weiterhin mit zwei Teams vor Ort und leistete chirurgische und allgemeinmedizinische Hilfe.
Die Regierung und die beiden Rebellengruppen des Landes, die LURD und die Bewegung für die Demokratie in Liberia (MODEL), hatten am 17. Juni in Ghana ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Es sieht die Bildung einer Übergangsregierung ohne Taylor vor. (APA)
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