Montag, 23. Juni 2003

China und Indien wollen Streitigkeiten beenden

China und Indien wollen die Streitigkeiten der Vergangenheit hinter sich lassen. Mit dem ersten Besuch eines indischen Regierungschefs in der Volksrepublik China seit über zehn Jahren hätten die Beziehungen bereits "eine neue Stufe erreicht", sagte Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao seinem indischen Amtskollegen Vajpayee am Montag in Peking.

In einer gemeinsamen Erklärung legten sie die Ziele und Leitlinien für eine bessere Kooperation fest. Unterzeichnet wurden zudem neun Abkommen über eine Vereinfachung der Visaerteilung, die Errichtung von Kulturzentren sowie eine Ausweitung der Kooperation in Bildung, Wissenschaft, Meeresforschung, Landwirtschaft und bei erneuerbaren Energien.

Der indische Premier sagte, er hoffe, "dass mein Besuch das Vertrauen und Verständnis zwischen beiden Ländern, Völkern und Regierungen stärken und die breite Kooperation voranbringen wird". Die beiden Nachbarn seien nicht nur die bevölkerungsreichsten Länder, sondern gehörten auch zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt.

Die indisch-chinesischen Beziehungen sind durch einen Grenzkrieg 1962, bis heute fortbestehende Gebietsansprüche sowie die privilegierten Beziehungen Chinas zu Pakistan belastet. Einen Tiefpunkt erreichte das Verhältnis auch durch Indiens Atomtests 1998 und damals von Vajpayee selbst geäußerte indische Befürchtungen, dass China eine "Bedrohung" darstelle.
(apa)

23.6.2003 15:32