Montag, 23. Juni 2003

Griechenland stoppt Schiff mit 680 t Sprengstoff

  • Behörden prüfen, ob Sprengstoff für Terroristen bestimmt war

Eine griechische Eliteeinheit hat am Sonntag ein Schiff mit 680 Tonnen Sprengstoff gestoppt, das nach Tunesien unterwegs war. Aus Kreisen der Handelsmarine verlautete, nun müsse festgestellt werden, ob die Fracht der "Baltic Sky" zugelassen oder für eine Terroristengruppe bestimmt gewesen sei.

"Das Schiff wirkt auf jeden Fall verdächtig", sagte ein Sprecher der griechischen Regierung der Nachrichtenagentur Reuters. Das Schiff habe seine Fahrt im Schwarzen Meer begonnen und den tunesischen Hafen Gabes anlaufen sollen. Dem Ministerium zufolge fuhr es unter der Flagge der Komoren und gehört einem auf den Marshallinseln registrierten Unternehmen.

Fünf Ukrainer und ein drei Aserbaidschaner
"Das ist eine riesige Menge von Sprengstoff und ein großer Erfolg der griechischen Behörden", sagte der Regierungssprecher. Die Ladung sei beschlagnahmt und die Geheimdienste informiert worden. Dem Einsatz sei ein Hinweis vorausgegangen, dass das Schiff mit einer verdächtigen Ladung unterwegs sei. Dem Ministerium zufolge bestand die Besatzung aus fünf Ukrainern und zwei Aserbaidschanern. Ein Sprecher der Polizei sagte, an Bord sei Sprengstoff gefunden worden, wie er auch für den Bergbau verwendet werde. In Tunesien werden unter anderem Phosphate abgebaut.

Schiffe der NATO-Staaten durchsuchen seit einige Monaten Schiffe im östlichen Mittelmeer. Nach den Bombenanschlägen in Saudiarabien und Marokko sowie einer Terrorwarnung für Kenia sind die Sicherheitsmaßnahmen in der Region verstärkt worden. (apa)

23.6.2003 08:49