Donnerstag, 26. Juni 2003

Grasser meldet 10 Millionen € Ausgaben für Berater

  • Parlament und Rechnungshof wollen nun Gebahrung prüfen
  • NEWS: Grasser will Homepage selber finanzieren

Wenn ein Minister nach Rat sucht wird das teuer. Karl-Heinz Grasser, Chef eines mit zahlreichen Experten besetzten Ressorts, reichen seine eigenen Mitarbeiter offenbar nicht. Laut dem Finanzminister kosteten seine externe Berater die Steuerzahler seit Jänner 2002 10 Millionen Euro. Grasser stößt sich nicht daran, diese Ausgaben hätten - so der Minister vor wenigen Wochen im Nationalrat - sogar für Einsparungen gesorgt!

In einem dem "Kurier" vorliegenden Bericht an den Nationalrat schlüsselt Grasser seine Ausgaben seit Jänner 2002 (für 2000 und 2001 wird soeben vom Rechnungshof ein Prüfbericht vollendet) auf. Insgesamt werden Kosten von zehn Millionen Euro ausgewiesen. Nicht inbegriffen sind hier jene Gelder, die für Grassers Homepage aufgewendet wurden.

Weitere Aufträge im Wert von knapp acht Millionen Euro wurden schon vor dem Jahr 2002 vergeben, sind aber erst jetzt budgetwirksam geworden. Damit erhöhen sich Grassers Ausgaben auf 18 Millionen Euro oder - für alle, die noch Probleme mit dem Umrechnen haben - 250 Millionen Schilling.

Nun sind Parlament und Rechnungshof an der Reihe. Sie müssen prüfen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Für Grassers externe Beratungen in den Jahren 2000 und 2001 kann dies der RH nicht bestätigen, er übt vielmehr harsche Kritik: "Oft fehlte eine ausreichende Begründung für die Vergaben." (ehr)

26.6.2003 19:11