Donnerstag, 26. Juni 2003

Unis protestieren gegen Budgetengpässe

  • Schlechte Idee! Ministerin will keine Schul-Schwänzer (Kasten)

Mit Informationstagen am Donnerstag und Freitag wollen die Universitäten auf ihre angespannte Budgetlage aufmerksam machen. An der Uni Wien würden allein "durch die vollständige Streichung der Universitätsmilliarde" mehr als 20 Mio. Euro fehlen, dazu käme noch etwa die Nicht-Finanzierung der Zusatzaufwendungen für die Implementierung des neuen Universitätsgesetzes, betonte Uni Wien-Rektor Georg Winckler am Donnerstag.

Für dringend nötige Investitionen, unter anderem zur Verbesserung der Studienbedingungen an der Universität Wien, seien derzeit keine Budgetmittel vorhanden, so Winckler. Auch für die per Gesetz verfügte Neuerrichtung der Medizinischen Universität Wien stünden keine Mittel zur Verfügung. Zumindest habe das Ministerium aber die Bedeckung der mit 1. Juli wirksamen Gehaltserhöhung für die Mitarbeiter in Aussicht gestellt, und auch die Finanzierung bestimmter Ausgabenkategorien der Implementierung werde wahrscheinlich doch noch durch Zusatzmittel möglich sein.

Winckler will nun über die Sommermonate die Budgetsituation im Einzelnen prüfen und primär den Forschungs- und Lehrbetrieb aufrecht erhalten.

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (VP) versuchte am Donnerstag zu beruhigen. Sie verteidigte das "engere" Uni-Budget für 2003 mit dem Verweis auf das kommende Jahr, in dem mehr Geld zur Verfügung stehen werde. Die Uni-Milliarde sei auch nicht verschwunden, sondern abzüglich einiger Abschläge nach wie vor im Budget enthalten. Den "hohen Schulen und ihren Managern" sei es durchaus zuzumuten, bis ins Jahr 2004 zu planen: Heuer müssten Lehre und Forschung gesichert werden, 2004 könnten die Unis dann wieder Investitionen tätigen. (APA)

26.6.2003 15:57