Donnerstag, 26. Juni 2003

Haider kommt zurück, aber er "drängt Haupt nicht zum Rücktritt"

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Dass der Alt-Parteiobmann zurück kommt, ist sicher. Es ist nur mehr eine Frage des Zeitpunktes, und über diesen müsse Noch-FPÖ-Chef Haupt entscheiden, meinte Jörg Haider. Aber drängen wolle er ihn nicht. Zumindest am Donnerstag in der ZiB 2. Am Freitag erklärte Haupt dann, er bereite den Führungswechsel vor, wolle dazu jedoch die Parteibasis befragen. Der Haider-Konter ließ via Samstags-Ausgabe des "Standard" nicht lange auf sich warten, dort erklärte der LH, der Wechsel müsse bald kommen.

Konkret meinte der amtierende FPÖ-Chef am Freitag im "Abendjournal" des ORF-Radio, er wolle diese Übergabe auf "gesicherter Basis mit einer gesicherten Mitgliederumfrage und nicht aus dem Bauch heraus mit einem Schnellschuss" vornehmen.

Er habe beim Umsetzen von Arbeitsprogrammen eine gewisse "Stierköpfigkeit". Das gelte auch für die Parteiarbeit. Und: "Der geordnete Ablauf ist für mich das wichtigste." Am Rande eines Regierungsausflugs zu den Marchfeldschlössern hatte Haupt zuvor am Tag vor der Vorstandsklausur in Deutschlandsberg erklärt, er habe seine Entscheidung bereits getroffen. Er wolle diese jedoch erst dann bekannt geben, "wenn es mir am günstigsten erscheint". Ein klares Rücktrittsdementi wie am Donnerstag war von Haupt nicht mehr zu hören. Haider selbst beteuerte, Haupt nicht zum Rücktritt drängen zu wollen.

Haider will nicht drängen
Er wolle Noch-FPÖ-Chef Haupt nicht zu einer Übergabe des Parteivorsitzes drängen, hatte Kärntnes Landeshauptmann Freitag Vormittag noch gegenüber der APA betont. Im Samstags-"Standard" drückt er aber bereits wieder aufs Tempo: Die Entscheidung müsse getroffen werden, hält Haider da fest. Und weiter: "Es wäre sicher nicht gut, wenn die FPÖ mit der Führungsdiskussion ein mediales Sommerloch füllen würde." Der Herbst werde "jedenfalls nicht ins Land ziehen", bis alles geregelt sei, wird Haider zitiert.

"Mein Rückzug war ein folgenschwerer Irrtum"
Sein Rückzug aus der Bundes-FPÖ 2000 mit der Übergabe an eine neue Mannschaft habe sich im Nachhinein als "folgenschwerer Irrtum" herausgestellt, so Haider in der ZiB 2 vom Donnerstag. Nun hätte "das Stammpersonal" - hier nannte Haider neben Haupt und sich auch Infrastrukturminister Gorbach - dafür zu sorgen, "dass die Dinge wieder ins Lot kommen" und die FPÖ wieder ihre Kampfkraft erhalte.

"Besser in Gallien der Erste als in Rom der Zweite"
Klar betonte Haider einmal mehr, dass er an der Position des Vizekanzlers kein Interesse habe. Er habe 1999 die grundsätzliche Entscheidung getroffen, Landeshauptmann von Kärnten zu werden. Und: es sei besser in Gallien der Erste als in Rom der Zweite zu sein.

ÖVP zeigt sich irritiert von den Vorgängen in der FP
Sichtlich irritiert äußerten sich die ÖVP-Regierungsmitglieder über die Führungsdiskussion in der FPÖ. Innenminister Ernst Strasser forderte die Freiheitlichen auf, "die offenen Fragen endlich zu klären". Finanzstaatssekretär Alfred Finz zeigte sich "persönlich verunsichert", dass der Kärntner Landeshauptmann Haider versuche, "gleichzeitig Regierung und Opposition zu spielen". Wenn Haider den Parteivorsitz wieder übernehme, sei zu befürchten, dass diese Linie "noch verstärkt" werde. (apa/red)

26.6.2003 11:00