Donnerstag, 26. Juni 2003

Österreichs Polizei-Einsatzkommando Cobra ist 25 Jahre alt

  • Kanzler Schüssel und Innenminister Strasser bei Feier
  • 1978 als Terror-Einsatzkommando gegründet

Seit 25 Jahren rückt die Cobra zu Spezialeinsätzen aus. Das Einsatzkommando feierte am 27. Juni 2003 sein Bestandsjubiläum am "Stammsitz" in Wiener Neustadt. Beim Festakt sprach Bundeskanzler Wolfgang Schüssel der Sondereinheit - ein "herausragendes" Beispiel für Sicherheit - seinen ausdrücklichen Dank aus.

Innenminister Ernst Strasser (V) betonte, das Auftreten des Einsatzkommandos sei grundsätzlich überaus diskret und zurückhaltend, "aber wenn notwendig, sehr, sehr konsequent". Bei der Cobra seien Gendarmerie und Polizei "in einem Boot" und somit Vorbild für die zukünftige Ausrichtung der Exekutive. Darauf verwies auch Schüssel: Die Einheit gehe mit bestem Beispiel voran und zeige Mut für Reformen.

Zu den Einsätzen hob Erik Buxbaum, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, hervor, dass "beim Einschreiten der Cobra die Verhältnismäßigkeit im Vordergrund" stehe. Er verwies auch auf die qualifizierte Ausbildung und gute Ausrüstung der Spezialeinheit.

Im Rahmen des Festaktes erhielt der Bundeskanzler ein Ehrengeschenk in Form eines Wappens mit dem in Holz geschnitzten Relief einer Cobra. Unter den Gästen aus Politik, Justiz und Wirtschaft waren u.a. AUA-Chef Vagn Sörensen und die (in Medien wiederholt als "Cobra" bezeichnete) ehemalige FPÖ-Obfrau und Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer.

1978 (nach der Entführung und Ermordung des deutschen Arbeitgeberpräsidenten Hans Martin Schleyer durch die RAF) als reine Anti-Terroreinheit gegründet, versteht sich die - 336 Angehörige zählende - Cobra heute auch als "Krisenfeuerwehr" der Sicherheitsexekutive. 1992 wurde die Ausbildungs- und Einsatzzentrale in Wiener Neustadt in Betrieb genommen, operative Außenstellen gibt es in Graz, Linz, Innsbruck, Krumpendorf (Kärnten), Salzburg und Feldkirch (Vorarlberg). (apa)

26.6.2003 10:58