Mittwoch, 18. Juni 2003

So günstig machen Sie diesen Sommer Urlaub!

  • PLUS: Die tollsten Preisbrecher-Angebote!
  • PLUS: Urlaubs-Schnäppchen aus dem Internet!

Flüge, preiswert wie Taxifahrten, Hotels fast umsonst, Kinder reisen gratis - so günstig machen Sie in diesem Sommer Ferien. 50 Preisbrecher-Angebote. Eine Woche Tunesien um 299 Euro oder Griechenland um 405 Euro. NEWS 25/2003 präsentiert die Reise-Schnäppchen 2003.

Den Badeurlaub in Alanya an der türkischen Riviera werden die vier Freundinnen Bettina, Petra, Hana und Irene aus Bruck an der Leitha noch lange in angenehmer Erinnerung behalten - und das nicht nur wegen der charmanten Herren am Strand. Auch finanziell hat sich der Urlaub gelohnt. Für eine Woche Sonnenbad an der türkischen Riviera in Alanya inklusive Ausflüge mit dem Jeep mussten die vier jungen Niederösterreicherinnen nicht tief in die Urlaubsbrieftasche griefen. Jede zahlte bescheidene 440 Euro für das Urlaubspackage. "Das Hotel, die Halbpension und das Personal - alles war vom Feinsten. Wir sind total zufrieden und entspannt", zieht Türkeiurlauberin Irene nach der Ankunft am Wiener Flughafen Bilanz. "Eine Woche normales Leben in Österreich kostet deutlich mehr."

Sparen ist in!
Das Beispiel der vier Niederösterreicherinnen ist kein Einzelfall. Erstmals seit Jahren zeigen sich die Österreicher in Sachen Sommerurlaub von der - ungewohnt - sparsamen Seite. Harald Mahrer vom Marktforscher legend.at: "33 Prozent der Österreicher wollen heuer im Sommer weniger ausgeben als im Vorjahr. Im Jänner trugen sich erst 27 Prozent mit Sparplänen im Urlaub." Die anhaltende Wirtschaftsflaute, der Irak-Krieg und die unerfreuliche Pensionsdebatte haben die Urlaubslaune der Österreicher deutlich gedämpft. Freizeitforscher Peter Zellmann: "Urlaub und Wohnen waren bislang die letzten Bereiche, in denen die Österreicher nicht gespart haben. Bei Reisen ist es damit in diesem Sommer vorbei." Geiz ist heute nicht nur beim Elektrodiskonter geil. Auch im Reisebüro verhandeln die Österreicher derzeit wie auf einem türkischen Bazar. Wer heuer zum Vollpreis ans Ferienziel am Mittelmeer reist, wird dort nur mitleidige Blicke cleverer Feriengäste ernten.

Clever billig reisen
Denn der Sparwille und das zögerliche Buchungsverhalten der Österreicher haben die Reisebranche kräftig unter Druck gesetzt. Bei den Buchungen fuhren die Reisemultis in den ersten Monaten 2003 ein Minus von rund zehn Prozent ein. Aus Angst vor leeren Hotels und Clubs locken die Reiseveranstalter mit Dumpingpreisen wie nie zuvor. Neckermann-Vorstandssprecher Peter Balluch: "Die Margen bei den Reiseveranstaltern sind so gering, dass die ganze Branche schon in die Krise stürzt, wenn nur fünf bis zehn Prozent weniger reisen."

Wie tief die Preise purzeln können, macht folgendes Beispiel deutlich: Eine Woche in Sousse/Tunesien in einem Drei-Sterne-Hotel kann man derzeit bereits um unglaubliche 299 Euro bei TUI buchen. Im Vorjahr kosteten vergleichbare Angebote locker um 100 Euro mehr. Tui-Austria-Chef Josef Peterlehner: "In diesem Sommer sind besonders die Destinationen Mallorca und Türkei wahre Preisbrecher. Reisen nach Tunesien und Ägypten sind aber auch spürbar günstiger als im Vorjahr." (Die derzeit preiswertesten Urlaubstrips ans Mittelmeer finden Sie in nebenstehenden Kästen.)

Laufend billiger
Wer mit Billigfluglinien durch Europa jettet oder auf ein Last-Minute-Angebot lauert, kann derzeit zu Schleuderpreisen auf Reisen gehen. Manche Flüge sind sogar billiger als eine Taxifahrt. Und die Österreicher sind zu einem Volk der Spätbucher geworden. Freizeitforscher Peter Zellmann: "Der Tourist ist nicht nur durch die Wirtschaftsflaute vorsichtiger geworden, sondern er wird gleichzeitig immer mutiger und wartet bis zuletzt die besten Schnäppchen ab. Dieser Trend wird sicher noch die nächsten zwei bis drei Jahre anhalten."

Sonne, egal wo
Bei der Wahl des Urlaubs, so die Untersuchung von legend.at, bestimmt für viele Österreicher längst nicht mehr die Destination, sondern ausschließlich der Preis das Ferienziel. Zwar werden bei Auslandsreisen noch immer mehrheitlich Charterflüge gebucht, aber 21 Prozent wählen für den Trip zum Strand bewusst Billigfluglinien.

Mit Diskont-Fluglinien in den Süden
Schon seit Monaten fliegen die neuen Billigfluglinien wie German Wings, Ryanair & Co den traditionellen Anbietern wie Austrian Airlines oder Lufthansa gehörig um die Ohren. Tickets für sonnige Destinationen wie Mallorca, Alicante oder Valencia überschreiten dabei selten die 100-Euro-Grenze. Kleiner Wermutstropfen bei den meisten Billigflügen: Direkt geht es nie ans Mittelmeer. Bei fast allen Flügen müssen preisbewuss-te Urlauber einmal beim Drehscheibenflughafen der jeweiligen Airline umsteigen. Anders beim Anbieter SkyEuropa. Mit der ab Bratislava fliegenden Billiglinie erreichen etwa Italienfans den Zielflughafen Mailand um 113 Euro. SkyEuropa-Boss Christian Mandl: "Auch unsere Destinationen Split, Dubrovnik und Zadar sind bereits Wochen im Voraus gut ausgebucht. Hier haben wir nur mehr einige etwas teurere Restplätze." Die AUA kontert hier mit ihrer sommerlichen Tarifaktion "magic price". Dabei werden kurzfristig bestimmte Destinationen zu fixen Kampfpreisen angeboten, etwa Wien-Venedig und zurück ab 110 Euro oder Wien-Florenz um 254 Euro. AUA-Sprecher Johann Jurzeka: "Im Gegensatz zu den meisten Billig-Airlinern fliegen wir diese Ziele direkt an. Die Kunden ersparen sich damit lästiges und zeitaufwendiges Umsteigen. Und wir haben sicherlich das breiteste Billigangebot rund ums Mittelmeer im Programm."

Tolle Preiszuckerln
Nicht nur in der Luft ist der Preiskampf derzeit beinhart. Auch die Veranstalter fighten mit teilweise unglaublichen Preiszuckerln um die zögerliche Kundschaft. Günstige Prämien, in deren Genuss man in den Jahren zuvor nur als Frühbucher kam, kann man in diesem Sommer bei vielen Anbietern während der ganzen Saison in Anspruch nehmen. Türkei-Spezialist Gulet lockt mit lukrativen Buchungsprämien. Ein Beispiel: Bei gleichzeitiger Buchung von mindestens vier Erwachsenen in zwei Doppelzimmern winkt Magic-Life-Kunden bei einer Woche Aufenthalt eine Prämie von 250 Euro. Bleibt man zwei Wochen wird die Prämie auf 500 Euro verdoppelt. Das entspricht fast einem Gratisaufenthalt für eine Person. Gulet-Marketingchef Mathias Steinböck: "Wir bringen alle zwei Wochen einen neuen Angebotsfolder mit günstigen Urlaubszielen heraus. Da 40 bis 50 Prozent der Urlauber erst in den letzten acht Wochen vor dem Urlaub buchen, müssen wir die ganze Saison über attraktive Preise bieten." Ein wahres Schnäppchen sind bei Magic Life in diesem Jahr auch die Kinderpauschalen: Den Fixpreis von 199 Euro pro Kind und Woche, egal in welchem Club, konnte bis jetzt kein Mitbewerber unterbieten.

Angebote von Neckermann und TUI
Und auch Reisemulti Neckermann beweist in dieser Saison viel Phantasie bei der Angebotsgestaltung. Neckermann-Vorstandssprecher Peter Balluch: "Um das Geschäft für diese Saison noch zu retten, haben wir einen eigenen Katalog mit sensationellen Preiszuckerln zusammengestellt. Zusätzlich geben wir kurzfristig immer wieder einige Schnäppchen auf den Markt, wo wir den Preis um bis zu 30 Prozent reduzieren." Die Hotelpalette des Neckermann-"Preiszuckerl"-Katalogs reicht von der einfachen Zwei-Sterne- bis zur noblen Fünf-Sterne-Anlage. Im Andora-Golf-Resort an der türkischen Rivera in Belek können Sonnenhungrige schon ab 529 Euro den Sommer genießen - natürlich all inclusive. Für Kinder gilt bei Neckermann ein Fixpreis von 249 Euro.

Bei Tui können Urlauber unter dem Motto "Meer für weniger Geld" zwischen 30 und 130 Euro an Ausgaben vor Ort sparen. Bei einem zweiwöchgen Urlaub verdoppelt sich die Prämie, und bei drei Wochen gibt es die dreifache Ersparnis. Tui-Austria-Chef Josef Peterlehner: "Neben Sonderangeboten wie 14 Tage Urlaub zum Preis von elf Tagen bieten wir unseren Kunden auch an, bei Krisen kostenlos die Destination umzubuchen."

Urlaubs-Zocken im Internet
Noch billiger wird die Reise ans Mittelmeer, wenn sie über eines der Last-Minute-Portale im Internet gebucht wird. Rund 15 Prozent aller Urlauber zocken bereits wie im Casino um die günstigste Ferienreise. Mahrer: "Diese Zielgruppe ist extrem flexibel. Sie hat kein Problem damit, wenn die Reise mangels Angeboten nicht unbedingt in das Wunschurlaubsland geht." Nervenstarke können aber wahre Billigferien erhaschen. Wer sich am 27. Juni bei der "Hot Minute" der Restplatzbörse (www.restplatz boerse.at) einklinkt, fährt um schlappe 299 Euro eine Woche all inclusive in ein Dreisterne-Hotel in der Türkei, Griechenland, Tunesien oder Ägypten - Sonnenscheingarantie und tolle Strände bieten alle vier Länder.

18.6.2003 12:53