Knipps-Verbot durch "Missbrauch" von Foto-Handys
- Kamerahandys erweisen sich als neuer Schwimmbad-Aufreger
- Warnschilder für Einhaltung der Privatsphäre im Anrollen
Der Streit über den "Missbrauch" von Handys mit Kameras droht langsam aber sicher zu eskalieren. Mit neuen Warnschildern und verschärften Badeordnungen will jetzt der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister gegen den Missbrauch von Fotohandys in öffentlichen Schwimmbädern vorgehen.
"Dank neuer Handytechnik" könnten Voyeure mit Mobiltelefonen in den Umkleiden unauffällig "schamverletzende" Fotos oder Filmaufnahmen anderer Badegäste aufnehmen und "in kürzester Zeit auf ihre Websites im Internet stellen", sagte BDS-Präsident Paul Bröcher.
Warnschilder für eine geschützte Privatsphäre
Im Eingangsbereich von Badeanstalten sollten deshalb Warnschilder mit Handysymbolen darauf hinweisen, dass das Fotografieren anderer Personen ohne deren Einwilligung verboten sei, kündigte der Verbandschef an.
Auch Verbot in Österreich gefordert
Auch die Obfrau der freiheitlichen Frauen Tirols, Nadja Pramsoler, forderte vor kurzem ein totales Verbot von Fotohandys in öffentlichen Schwimmbädern und Saunaanlagen.
Mit diesen Geräten könne man unerlaubt Frauen fotografieren und diese Fotos sofort ins Internet stellen. Es sei diskriminierend und verletze jede Intimsphäre der Frauen, wenn unerlaubterweise Fotos gemacht werden, so Pramsoler.
Problem auch abseits von Bädern
Mit der rasanten Verbreitung der fototauglichen Mobiltelefone kommen generell auch die ersten Nutzungsbeschränkungen von Regierungen, Behörden und Unternehmen.
In Italien verlangt die Datenschutzbehörde beispielsweise strenge Regeln, wann und wo geknipst werden darf, und viele Strip-Clubs, Fitnesscenter und Bäder haben die Handys mit integrierter Digicam schon längst in ihren Räumlichkeiten verboten.
