Montag, 16. Juni 2003

Intelligentes Handy übernimmt das Geldausgeben

  • "Software-Butler" für das Mobiltelefon in Entwicklung

Geht es nach einem Konsortium von Handy-Herstellern, Mobilfunkanbieter, Unterhaltungselektronik-Produzenten sowie Sendeanstalten, dann werden in naher Zukunft intelligente Handys das Geldausgeben übernehmen, berichtet der britische New Scientist. Ein eingebauter "Software-Butler" beobachtet das Verhalten des Handy-Benutzers und nimmt nach und nach Entscheidungen selbstständig vorweg. Wie viel Autonomie die Software erhält bestimmt aber vorerst noch der Handy-Besitzer.

Das Konsortium Mobile VCE, dem u.a. Schwergewichte wie Nokia, Sony, Vodafone oder die BBC angehören, finanziert zurzeit die Entwicklung von sogenannten Softwareagenten für Mobiltelefone, die selbstständige Kaufentscheidungen treffen und Geld ausgeben können.

Die Software ist bereits für Handys der nächsten Generation vorgesehen. "Ich sehe die Softwareagenten als eine Art Butler", erklärte der am Projekt beteiligte Software-Spezialist Nick Jennings von der University of Southampton, wo zurzeit für Mobile VCE entwickelt wird. "Mit der Zeit lernen sie die Vorlieben des Benutzers kennen."

Der Softwareagent soll vor allem Ereignisse im elektronischen Terminkalender erkennen, die mit einer Kaufentscheidung verbunden sind. Bei einer Reise zum Beispiel könnte die Software den Benutzer fragen, ob sie ihn beim Buchen von Flugtickets und Hotels unterstützen soll. Mit der Zeit wird dabei die Software immer selbstständiger und könnte sogar das Ticket kaufen.

Jennings glaubt, dass diese Softwareagenten unmerklich immer weitere Verbreitung finden werden. Zurzeit werden die Prototypen der Software noch auf Notebooks getestet, die über GSM-Karte mit dem Mobilfunknetz verbunden sind. Aber bereits in 18 Monaten könnten die ersten Versionen der Software auch für Handys verfügbar sein. Ähnliche Agenten sind bereits bei Online-Aktionsseiten wie eBay im Betrieb.
(pte/red.)

Mehr Informationen:

  • Webseite des Mobile VCE- Konsortiums
  • Webseite der University of Southampton

    16.6.2003 13:33