Wegen Aufsatz über Demokratie im Internet verurteilt
- Hohe Haftstrafe für vietnamesischen Web-Dissidenten
- USA und EU protestieren gegen das harte Gerichtsurteil
Zu 13 Jahren Haft ist ein vietnamesischer Dissident verurteilt worden. Pham Hong Son hatte einen Aufsatz über Demokratie im Internet online gestellt und wurde in Hanoi nach den Gesetzen des Landes der Spionage schuldig befunden. Der 36-jährige Arzt war am 27. März 2002 festgenommen worden, nachdem die Polizei seinen Computer beschlagnahmt hatte. Diplomatische Vertreter der USA, der EU und Australiens haben gegen das Urteil protestiert.
Menschenrechtsorganisationen hatten die Festnahme und das Verfahren gegen Pham Hong Son scharf verurteilt. Ziel der kommunistischen Regierung sei nicht nur, Regimekritiker einzuschüchtern, sondern offenbar auch jeden Internet-Benützer in Vietnam, sagte ein Sprecher von "Human Rights Watch".
Nach Angaben der Organisation ist der Verurteilte mindestens der sechste Dissident, der wegen regierungskritischer Schriften im Internet seit Beginn vergangenen Jahres verhaftet wurde. Darunter ist auch der Computerwissenschaftler Le Chi Quang, der im Oktober 2002 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden war.
Die vietnamesische Regierung blockiert mit so genannten Firewalls bereits den Zugriff auf rund 2000 Web-Seiten, von denen die meisten politischen oder pornografischen Inhalt haben. Sämtliche Medien des Landes unterliegen strikter Kontrolle des Staates. (apa/red)
